Montag, 19. Jänner 2004

Erschreckende Statistik: Jährlich 9.000 t Feinstaub durch Verkehr

  • VCÖ: Graz, Klagenfurt, Wien und das Inntal haben besonders hohe Staubbelastung
  • PLUS: Autoverkauf boomt in Österreich

Der Straßenverkehr in Österreich bläst bereits mehr als 9.000 Tonnen Feinstaub pro Jahr in die Luft. Dies stellte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf der Basis der Daten des Umweltbundesamtes fest. "Hauptverursacher des gesundheitsschädlichen Feinstaubs sind im Verkehrsbereich Dieselabgase. Im Winter verstärkt liegen gebliebener Splitt die Staubbelastung", hieß es in einer Aussendung.

Der VCÖ warnte vor den Gesundheitsfolgen. Feinstaubbelastung könne zu Asthma, Bronchitis und im schlimmsten Fall zu Lungenkrebs führen. Der VCÖ forderte eine Verringerung des Straßenverkehrs, den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und den verpflichtenden Einbau von Partikelfilter bei Dieselfahrzeugen.

Laut dem VCÖ sind die Feinstaubemissionen des Verkehrs seit dem Jahr 1990 von 6.400 Tonnen auf rund 9.100 Tonnen pro Jahr gestiegen. Das sei eine Zunahme um 42 Prozent. "Der Dieselboom in Österreich ist aus gesundheitspolitischer Sicht eine Katastrophe", stellte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut fest. Die Zahl der Diesel-Pkw hat sich in Österreich seit dem Jahr 1990 von 409.000 auf rund 1,8 Millionen im Jahr 2003 mehr als vervierfacht.

Besonders hoch sei die Feinstaubbelastung in Städten, die in Tal- und Beckenlagen liegen. Die Bevölkerung von Graz, Klagenfurt, Wien und sowie im Inntal leide unter einer überdurchschnittlich hohen Belastung. Rauh: "In vielen Städten machen die Autoabgase bereits krank. Maßnahmen sind dringend nötig. Es ist nicht 'fünf vor Zwölf', sondern bereits 'später Nachmittag'." (apa)

19.1.2004 10:59