Donnerstag, 15. Jänner 2004

Showdown am PS-Markt: Denzel eröffnet Europas größtes Autoshaus

  • NEWS: 100 Mio. Euro in neuen Superstore in Wien investiert
  • Auto-Markt: Boom in Österreich, EU-weit aber Minus

Denzel-Chef Günter Sieber, Österreichs zweitgrößter Autohändler, rüstet zum Showdown am heimischen PS-Markt. Er investierte 100 Mio. in den neuen Flagshipstore. Ferrarirote Raketen aus Italien, noble Geländewagen aus England und Sportlimousinen aus Bayern geben sich ab sofort ein trautes Stelldichein in Wien-Erdberg.

Flankiert werden die Nobelkarossen von familienfreundlichen Fiats und Mitsubishis. Und ab Anfang Februar springt auch noch Jaguar in die benzingeschwängerte Manege. Grund des geballten PS-Aufmarsches ist die Eröffnung von Europas größtem Autohaus.

100 Mio. Euro für neuen Flagshipstore
Der Denzel-Konzern hat in seinen neuen Flagship-store in Wien 3 insgesamt 100 Millionen Euro investiert. Der 50.000 m2 große Standort wird zudem noch heuer über eine Abfahrt von der Flughafenautobahn erreichbar sein.

Hinter dem Vollgas-Investment steht ein klarer Fahrplan: Der Wettbewerb in der Kfz-Branche wird durch sinkende Spannen sowie erhöhten Preisdruck der Hersteller und Importeure härter und lässt wenig Raum zwischen kleinen, spezialisierten Betrieben und großen Mehrmarkenhändlern. "In drei Jahren sind 30 Prozent der Anbieter weg vom Markt", bringt es Denzel-Boss Günter Sieber auf den Punkt. Er will im Konzert der Großen weiter den Ton angeben und bietet an zwölf Standorten 13 Marken an. So rollt jeder vierte hierzulande verkaufte Volvo, BMW und Fiat bei Denzel aus den Schauräumen.

Ein Hauch von Formel 1
Und mit der neu in den Wagenpark aufgenommenen Nobelmarke Jaguar dürfte dem 600 Umsatzmillionen starken Familienunternehmen ein besonderer Fang gelungen sein. Jaguar befindet sich im Aufwind und wird zudem gerade mit österreichischer Formel-1-Power aufgewertet. Kein Wunder, dass zur Eröffnung des Showrooms in Erdberg Vollgashoffnung Christian Klien aufgeboten wird. Sieber: "Mit Erfolgen kann er Verkauf und Image enorm pushen."

Dass die Denzel-Gruppe mit völlig unterschiedlich positionierten Autos handelt, ist Konkurrenz und Herstellern ein Dorn im Auge. Entsprechend kritisch deren Beurteilung des Mega-Outlets. "Man muss darauf achten, kein Gemischtwarenladen zu werden, und die Identität der Marken muss gewahrt werden. Ein Autohaus ist kein Supermarkt", gibt sich der Chef des Branchenleaders Porsche Holding, Wolf-Dieter Hellmaier, skeptisch.

Die komplette Story lesen Sie im NEWS Nr. 3/2004

15.1.2004 09:01