"Jahrhundertprozess": Michael Jackson Freitag erstmals vor Gericht!
- Anträge von 38 TV-Stationen auf Übertragung abgelehnt
- PLUS DIASHOW: Razzia, Haftbefehl & dann Verhaftung!
·Vor Prozess
Zu wenig Schwarze für faire Jury?
·Der ANWALT
Mark Geragos: Spektakuläre Fälle
·Der ANKLÄGER
Tom Sneddon: Der Jackson-Jäger
·Die Anklage: Miss- brauch in 7 Fällen
Alle Details über den Kindesmissbrauch
·FBI im Einsatz
Terror-Alarm vor Jackson-Prozess!
·News im Detail: Fak-simile der Anklage
Das Faksimile der AnklageSchrift
·Alle Ereignisse
zum Durchklicken
Auf die Razzia in Neverland
folgte dann die Verhaftung
·Michael Jackson als liebender Vater
Alles über seine Frauen, seine drei Kinder
·Erste Vorwürfe bereits 1994
Vorwürfe wurden außer- gerichtlich erledigt
Als mutmaßlicher Kinderschänder ist Michael Jackson aus Sicht der Medien eine Sensation. Mehr als acht Jahre nach dem Doppelmord-Verfahren gegen den Ex-Footballstars O.J. Simpson hat Amerika einen neuen "Jahrhundertprozess": Kein Fernsehsender und keine Illustrierte will auf die Bilder vom ersten Gerichtstermin (16. Jänner) im Verfahren "Das Volk des Staates Kalifornien gegen Michael Jackson" verzichten.
Dabei ist das, was sich Freitag im Verhandlungssaal 9 des abgeriegelten Strafgerichts der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria abspielen wird, nicht einmal der Beginn des Prozesses. Es geht lediglich darum, dass Jackson - wie von der US-Prozessordnung vorgeschrieben - zur längst bekannten Anklage des sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Buben in sieben Fällen vor Gericht erklärt, ob er sich schuldig oder schuldlos bekennt.
Anträge von TV-Stationen abgelehnt
Mehrfach hat der 45-Jährige seine Schuldlosigkeit schon öffentlich beteuert. "Bevor ich einem Kind wehtun würde, würde ich mir die Pulsadern aufschlitzen", sagte er. Jackson-Voyeure werden seinen kurzen Auftritt vor Gericht vermutlich gar nicht live am Bildschirm erleben. Richter Rodney Melville hat die Anträge von 38 TV-Stationen auf Übertragung aus dem Gericht abgelehnt.
Wie erscheint er vor Gericht?
Doch allein das Drumherum sorgt für Bilder, die um die Welt gehen. Jackson wie er hineingeht, wie er herauskommt. Wie wird er angezogen sein? Ernsthaft wurde in einer Talk-Show diskutiert, ob bedeckte Kleidung als Schuldbewusstsein und ein grelles Outfit als Auflehnung gedeutet werden könnten.
Wie geht es weiter?
Wie und wann es nach der Anhörung Jacksons weitergeht, muss Richter Melville entscheiden. Er hat den Ruf eines fairen und sachbezogenen Juristen. Doch Experten rechnen damit, dass sich Staatsanwalt Tom Sneddon und Verteidiger Mark Geragos noch eine Weile mit Anträgen und Gegenanträgen - zum Beispiel zur Auswahl der Jury - bekriegen.
Im neuen "Jahrhundertprozess" dürfte es Momente geben, in denen der Kampf zwischen den beiden Juristen zur eigentlichen Show wird. Der hoch bezahlte Geragos, zu dessen Kundschaft Hollywoodstars wie Winona Ryder und Robert Downey Jr. gehören, will zeigen, dass er für seine Mandanten sämtliche Register zieht.
Sneddon schleppt scheinbar eine alte Rechnung mit sich herum. 1993 hatte er vergeblich versucht, Jackson in einem ähnlichen Fall hinter Gitter zu bringen. Damals kam es nicht zum Prozess. Nachdem Jackson an die Eltern des Kindes Millionen von Dollar zahlte, zogen sie die Anzeige zurück.
Dieser Ausweg ist durch eine Änderung im kalifornischen Strafgesetz versperrt worden. Sneddon hatte darauf gedrungen. Dennoch ist sein Sieg ungewiss, zumal sich die Anklage im Wesentlichen auf die Aussage des heute 14-Jährigen stützt. Doch selbst wenn er verliert, könnte der Staatsanwalt bald zu den Gewinnern gehören.
Fall O.J. Simpson
Das zeigt der Rückblick auf den Fall O.J. Simpson, den Sneddon genau studiert hat. Staatsanwältin Marcia Clark kämpfte damals Monate lang wie eine Löwin. Die Geschworenen sprachen Simpson dennoch vom Vorwurf des Doppelmordes frei. Sneddons Kollegin Clark unterschrieb kurz darauf den Vertrag für ein Buch über den Prozess. Honorar: Vier Millionen Dollar (3,16 Mio. Euro). (red, APA)
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