General Samstag verlässt BA-CA: "Die Bank war mein Leben"
- "Jetzt bester Zeitpunkt für geordnete Hofübergabe"
"Die Bank war mein Leben": Die Nummer 1, Generaldirektor Karl Samstag (60), verließ am 26. Jänner den Vorstand der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA)! Jetzt sei der beste Zeitpunkt für eine geordnete Hofübergabe. Erich Hampel (52) ist der neue Vorstandsvorsitzende.
Karl Samstag will, dass sein Nachfolger von Anfang an die bis 2008 anstehenden Strukturaufgaben in die Hand nimmt. Kolportierte Spannungen mit dem HypoVereinsbank-Konzernvorsitzenden Dieter Rampl stellte Samstag in Abrede: Er habe mit Rampl ein "sehr ordentliches, sehr positives Verhältnis".
Auch in die Causa eines mittlerweile ad acta gelegten Verkaufs der Schoellerbank - "alle Gespräche, die es gab, wurden unter Organvorbehalt geführt" - will Samstag "nichts hineininterpretiert" wissen.
"Ich habe ein gutes Gewissen", betonte Samstag, dessen Bankengruppe heute rund 30.000 Beschäftigte - davon rund 11.400 im Inland - umfasst. Man sei auf gutem Weg, die angestrebten Renditezahlen zu realisieren. "Sehr ordentlich" habe man den Börsegang im Juli 2003 abgewickelt, "der Aktienkurs spricht eine klare Sprache." Binnen eines halben Jahres habe der Kurs um fast 50 Prozent zugelegt. Am heutigen Montag notierte die Aktie der BA-CA kurz nach 14 Uhr mit 45,31 Euro, das war ein leichtes Plus von 0,64 Prozent gegenüber dem Freitag-Schlusskurs.
"Unsere Hofübergabe erfolgt somit zur richtigen Zeit", so Samstag. Mit der vom Aufsichtsrat zu beschließenden neuen Zusammensetzung des Vorstands werde auch eine Verjüngung des Führungsgremiums erfolgen. "Ich bin 39 Jahre in der Bank - ein bissl japanisch", wie Samstag gegenüber der APA fest hält. In seiner 14jährigen Vorstandstätigkeit habe es praktisch alles an vorstellbaren Strukturänderungen gegeben. Er habe "alles gegeben, auch unsere Eigentümer und Aktionäre können zufrieden sein. Ich habe mein Leben verbracht hier. Die Bank war mein Leben. Ich lasse jetzt los".
In der BA-CA steht im Inland die Fortsetzung des Sparkurses an, die Mitarbeiterzahl soll in Österreich wie berichtet auf rund 10.000 sinken, es stehen auch Eingriffe ins Dienstrecht an. Zwischen ihm und der Betriebsratsvorsitzenden der BA-CA herrsche "weder ein besonders gutes noch ein besonders schlechtes Verhältnis", fügte Samstag hinzu. (APA)
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