Freitag, 16. Jänner 2004

Heißes Politmatch: Gerangel um Job des Post-Generals

  • Anton Wais hat gute Chancen seinen Posten zu behalten
  • Auch Josef Halbmayr hat sich für Spitzenjob beworben

Noch im Jänner soll beschlossen sein, wie der Post-Vorstand künftig zusammengesetzt ist. Eine Personalie, die unspektakulär über die Bühne zu gehen schien. Denn es war so gut wie ausgemacht, dass Post-General Anton Waisund Finanzchef Rudolf Jettmar ihre Funktionen behalten. Im Finale kommt nun plötzlich Spannung in die Angelegenheit, berichtete FORMAT.

Ob Wais tatsächlich verlängert wird, ist auf einmal nicht mehr so sicher. Es gibt zwar einen Grundsatzbeschluss des Post-Aufsichtsrates, den ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis präsidiert, dass Wais und Jettmar neue Dreijahresverträge bekommen. In beiden Regierungsparteien gebe es aber auch ernste Vorbehalte gegen den SPÖ-nahen General, kursiert in Kreisen der Verstaatlichten.

Für den Spitzenjob in der Post hat sich Josef Halbmayr beworben, der im Vorjahr von sich aus seinen Dienst als Marketingvorstand des Briefkonzerns quittierte. Für Halbmayr machen sich etliche ÖVP-Politiker stark - allen voran Klubobmann Wilhelm Molterer, immer schon der schwarze Headhunter für das ÖIAG-Reich. Halbmayr hat bei seiner Bewerbung das Konzept einer Stand-alone-Lösung für die heimische Post abgegeben, was auch den neuesten Wünschen der Regierung entspricht, die nun frühestens 2006 privatisieren will. Hingegen gilt Wais eher als Verfechter eines strategischen Partners für das Unternehmen.

Favorit bleibt Anton Wais dennoch, weil neben dem Aufsichtsrat auch die Zahlen für ihn sprechen. 2003 erreichte die Post ein operatives Ergebnis von 43 Millionen Euro. Budgetiert waren anfangs nur zehn Millionen. 2004 soll sich der Betriebsgewinn auf 80 Millionen verdoppeln. (FORMAT, red.)

16.1.2004 10:58