Donnerstag, 15. Jänner 2004

Banken-Riese entsteht in USA: J.P. Morgan Chase übernimmt Bank One

  • Transaktion hat Volumen von 60 Milliarden Dollar!
  • "Neue" Bank soll J.P. Morgan Chase heißen

Die US-Großbanken J.P. Morgan Chase und Bank One haben ihre Fusionspläne am Mittwoch bestätigt. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge hat die Transaktion ein Volumen von rund 60 Milliarden Dollar. Analysten bezeichneten das Vorhaben als sinnvoll.

Wie J.P. Morgan nach Börsenschluss mitteilte, sollen bei dem Geschäft 1,32 J.P.-Morgan-Aktien gegen je eine Bank-One-Aktie getauscht werden. Damit würden Bank-One-Aktien mit jeweils 51,77 Dollar bewertet. Die kombinierte Bank mit Konzernsitz in New York solle den Namen J.P. Morgan Chase haben.

Das geplante Zusammengehen wird Analysten zufolge für eine breitere geographische Aufstellung von J.P. Morgan sorgen und die Bank unabhängiger vom Investmentbanking und vom Handelsgeschäft machen. J.P. Morgan Chase, die selbst erst 2001 aus dem Zusammenschluss von J.P. Morgan und Chase Manhattan hervorging, würde damit die bereits starke Präsenz im Filial- und Kreditkartengeschäft weiter verbessern.

Die amerikanischen Großbanken, die in den vergangenen Jahren bei der Suche nach Unternehmenskunden zahlreiche Zweigstellen geschlossen hatten, sind jetzt wieder auf der Suche nach regulären Kleinkunden und starken Zweigstellennetzen. Sie bauen deshalb auch auf eigene Faust Niederlassungen in großem Stil auf.

Bank One führender Anbieter von Visa-Karten
Bank One ist der weltweit drittgrößte Kreditkarten-Anbieter und der führende Anbieter von Visa-Karten. Die Fusion würde zudem die Position von J.P. Morgan als gemessen an der Bilanzsumme zweitgrößte US-Bank hinter Citigroup festigen. Bank One hat ihren Sitz in Chicago. Sie hat nach einem Bericht in der Onlineausgabe der "New York Times" vom Mittwoch 1800 Zweigstellen in 14 US-Staaten im Mittleren Westen und im Süden der USA. (APA/Red.)

15.1.2004 07:34