Neuer EU-Plan: "Made in EU" statt "Made in Austria"
- WKÖ-Präsident Leitl ist für Beibehaltung des Austro-Gütesiegels
- EU-Behörden analysieren Vor- und Nachteile
Die EU-Kommission prüft die Einführung einer Herkunftsbezeichung "made in EU". Derzeit analysiere die Behörde Vor- und Nachteile einer solchen Auszeichnung, ohne bereits Vorschläge machen zu wollen, sagte die Sprecherin von Außenhandelskommissar Lamy am Montag in Brüssel. der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, tratt am Dienstag für eine Beibehaltung des Gütesiegels "Made in Austria" ein.
Für die Beibehaltung des Gütesiegels "Made in Austria" trat am Dienstag der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, ein. Das Gütesiegel sei ein nationales Markenzeichen. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass sich die Franzosen ihren Käse und die Italiener ihren Prosciutto wegnehmen lassen, so Leitl. Mehrfachauszeichnungen seien aber durchaus denkbar.
Wie berichtet hat EU-Außenhandelskommissar Pascal Lamy angekündigt, die nationalen Gütesiegel wie "Made in Austria" oder "Made in Germany" durch das Gütesiegel "Made in EU" ersetzen zu wollen.
Ob dies womöglich bestehende nationale Herkunftsangaben wie "made in Austria" ablösen würde oder parallel verwendet werden könnte, sei ebenfalls noch offen. Der Vorschlag, eine in einem EU-Land produzierte Ware entsprechend zu kennzeichnen, sei von Branchen wie der Textilindustrie sowie von Mitgliedstaaten - vor allem Italien - gekommen. Voraussichtlich Ende März wolle die Kommission ihre Untersuchungen vorstellen, an denen die Industrie und Verbraucherschutzorganisationen sowie die Mitgliedstaaten beteiligt würden.
Ein "made in EU" könne auf den internationalen Absatzmärkten europäische Produkte bewerben und würde eine zusätzliche Information für die Kunden darstellen, sagte die Sprecherin. Dagegen stünden höhere Kosten für die Industrie. Sichergestellt werden müsse, dass eine neue Kennzeichnung nicht gegen EU-Rechtsvorschriften und internationale Handelsbestimmungen verstoßen würde. Bisher habe die Kommission noch keine Präferenz, ob die Angabe "made in EU" freiwillig verwendet oder zur Pflicht gemacht werden solle, sagte die Sprecherin. (APA)
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