Ski Alpin: Lasse Kjus legte im Sommer Basis für Comeback
- Norweger feierte in Wengen 33. Geburtstag
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·K.-A. Aamodt
Comeback erst nächste Saison
·Zu viel Schnee
Herren-Abfahrt in Wengen abgesagt
·Lauberhorn
Klammer-Rekord von Steff bedroht
·Enges Rennen
Der Gesamt-WC als echte Nervenprobe
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Weltcup-Leader Lasse Kjus ist am Mittwoch in Wengen gleich in doppelter Hinsicht im Mittelpunkt gestanden. Am wetterbedingt trainingsfreien Tag feierte der Norweger einerseits seinen 33. Geburtstag, zum anderen stand er auf Grund seines tollen Comebacks in der Prioritätenliste der Medien ganz oben. Kjus führt im Gesamt-Weltcup zwar nur einen Punkt vor Benjamin Raich, doch die anstehenden Abfahrtsklassiker in Wengen und Kitzbühel sind für den "Elch" maßgeschneidert. Ein Ausbau des Vorsprungs scheint möglich.
Kjus ist über seinen Höhenflug selbst überrascht, noch im Sommer konnte er von einem Comeback dieser Art nur träumen. Der zweifache Weltcup-Gesamtsieger verbrachte die warmen Monate auf seinem Anwesen auf einer Insel nahe der schwedischen Westküste und vertrieb sich die Zeit mit Segeln, Wasserski fahren, Windsurfen und dem Renovieren alter Fischerhütten, in denen er mit Freunden so manches Fest feierte. "Als ich dieses tolle Leben aufgeben und meine Freunde verlassen musste, weil meine Skier warteten, hatte ich meine Zweifel. Ich musste mich schon sehr überwinden, um das Training durchzuziehen."
Schon abgeschrieben
Heute ist Kjus froh, dass er sich überwunden hat und spricht selbst von einem Comeback wie im Bilderbuch. Viele hatten ihn schon abgeschrieben, da der vor dieser Saison letzte Rennsieg des Norskers vom 10. März 1999 (Abfahrt) datierte, als er sich in der Sierra Nevada die große Kristall-Kugel sicherte. "Nur" bei Top-Events war der 1,80-m-Mann aus Siggerud bei Oslo auch danach eine fixe Größe. 2002 in Salt Lake City holte er Olympia-Silber in der Abfahrt und Bronze im Riesentorlauf, im vergangenen Februar in St. Moritz folgte WM-Kombi-Silber.
Fünf Olympia- und elf WM-Medaillen
Doch über die wahre Stärke gibt immer noch der Gesamt-Weltcup Ausdruck. "Es ist ein großes Gefühl für mich, nach all den schwierigen Jahren wieder an der Spitze zu stehen. Ich war mir wirklich nicht sicher, ob ich das noch einmal schaffe", gibt der Gewinner von fünf Olympia- und elf WM-Medaillen offen zu. Spätestens durch seinen Super-G-Sieg im Dezember im Grödnertal waren die mangelnde Fitness und Motivationsprobleme in den Jahren davor vergessen.
Regatten in Skandinavien
Den physischen Aufholbedarf machte er vor allem beim Segeln als seiner zweiten Passion wett. Schon einige Male hat Kjus bei Regatten an der norwegischen Küste teilgenommen, bei einem seiner Siege war auch das Boot von Norwegens König Harald unter den Geschlagenen. "Solche Erfolgserlebnisse haben mir den wichtigen Kick gegeben, um auf Schnee wieder konkurrenzfähig werden zu wollen." Dem Wasser will Kjus auch nach seinem Karriereende treu bleiben, u.a. plant er eine Weltumsegelung mit seiner Freundin.
Auch Aamodt ist angetan
Von seinen jüngsten Erfolgen angetan ist auch Kjetil-Andre Aamodt, nach einem Knöchelbruch und einer Bänderverletzung jeweils am rechten Bein vor Saison-Beginn ist er ja für den gesamten Winter außer Gefecht. "Lasse fährt fast perfekt, er ist fantastisch. Er inspiriert mich dazu, möglichst bald auf die Piste zurückzukehren", erklärte der 32-Jährige in Monte Carlo.
Ein interessanter Winter
Kjus wird indes ganz locker in die kommenden großen Rennen gehen. "Ich genieße den Augenblick und freue mich auf Wengen und Kitzbühel. Es ist so toll, diese Abfahrten mit vollem Tempo und Einsatz hinunterzufahren." Punkto Gesamt-Weltcup will sich der Sieger von 15 Weltcup-Bewerben nicht festlegen, verrät aber: "Wenn ich fit bleibe, kann es noch ein interessanter Winter für mich werden." Das glaubt auch Maier: "Wenn Lasse fit, glücklich und relaxed ist, ist er nur schwer zu schlagen."
(apa/red)
