Dienstag, 13. Jänner 2004

Super-G-Debakel für ÖSV-Ladies: Götschl & Wirth 7.!

  • Kanadierin Simard gewinnt in Cortina vor Riesch & Gerg (D)
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Mit einem Überraschungssieg der Frankokanadierin Genevieve Simard haben die Speed-Weltcup-Rennen in Cortina d'Ampezzo begonnen. Die ÖSV-Damen mussten eine schwere Niederlage einstecken. Simard, zuvor erst ein Mal im Weltcup auf dem Podest, setzte sich im ersten von zwei Super G auf der Tofana klar vor den beiden Deutschen Maria Riesch (+0,65 Sek.) und Hilde Gerg (+0,78) durch. Als beste Österreicherinnen landeten Renate Götschl und Katja Wirth (je +1,29) ex aequo nur auf Rang sieben. Das Detailergebnis finden Sie rechts im Kasten.

Während die 23-jährige Simard den ersten kanadischen Triumph seit dem 26. Februar 2000, als Melanie Turgeon den Super G auf dem Patscherkofel bei Innsbruck gewonnen hatte, fixierte, stand in dieser Saison erstmals keine ÖSV-Läuferin im Super G auf dem Podest. Dies lag aber nicht nur an teilweise fehlerhaften Fahrten der Österreicherinnen, sondern auch am Warmwettereinbruch mit starkem Fön-Wind im unteren Teil, der für unterschiedliche Bedingungen sorgte.

Götschl hat keine Erklärung
"Ich habe keine Erklärung für dieses Ergebnis. Es muss etwas mit der Piste gewesen sein, denn ich hatte eine fehlerfreie Fahrt, und auch der lädierte Daumen hat mich nicht sonderlich behindert", rätselte Lake-Louise-Siegerin Götschl, warum sie ebenso wie die anderen Spitzenläuferinnen im oberen Teil extrem viel Zeit auf Simard verloren hatte.

Dorfmeister mit Mittelohrentzündung
Weltmeisterin Michaela Dorfmeister, deren Start wegen einer Mittelohrentzündung bis zuletzt gewackelt hatte, kam nicht über Rang 25 hinaus und verlor damit ihre Führung im Spezialweltcup an Veysonnaz-Siegerin Gerg. "Das kann nicht normal sein, dass ich im oberen Teil mehr als eine Sekunde auf Simard verliere. Das muss daran gelegen sein, dass die Piste weicher geworden ist und zu saugen begonnen hat", meinte die Niederösterreicherin, die zuvor in diesem Winter im Super G (Zweite in Lake Louise, Dritte in Megeve und Zweite in Veysonnaz) stets auf dem Podest gestanden war.

Von niederer Startnummer profitiert
Auch Gergs Analyse klang ähnlich: "Nichts gegen die Leistung von Simard, aber da muss 'was mit der Piste gewesen sein, denn ich habe die ganze Zeit bereits im oberen Teil verloren." Und Ex-Junioren-Weltmeisterin Riesch, die so wie Simard im Super G erstmals den Sprung aufs Podest schaffte, gestand: "Ich habe von den besseren Pistenverhältnissen bei den niederen Startnummern profitiert."

Meissi übte Selbstkritik
Megeve-Siegerin Alexandra Meissnitzer beklagte ebenfalls eine fehlerhafte Fahrt, mit der sie am Ende auf Platz zwölf landete. "Mit der Piste muss etwas passiert sein durch die Sonneneinstrahlung und Wärme. Das kann aber keine Ausrede für meine Leistung sein, denn ich habe einige Fehler begangen. Und wie Gerg gezeigt hat, konnte man auch mit einer hohen Startnummer noch aufs Stockerl fahren", sparte die Salzburgerin nicht mit Selbstkritik.

(apa/red)

13.1.2004 12:56