Montag, 12. Jänner 2004

"Speed-Time": ÖSV-Asse fahren sieben Mal um Weltcup-Punkte

  • Klassiker in Wengen ohne Raich, Damen-Rennen in Cortina
  • Umfrage: Wer holt sich den Gesamt-Weltcup der Herren?

Im alpinen Ski-Weltcup geht es in dieser Woche mit vollen Akkorden weiter. In Cortina (Damen/4) und Wengen (Herren/3) stehen von Mittwoch bis Sonntag insgesamt sieben Rennen auf dem Programm, wobei die Techniker nur ein einziges Mal (am Sonntag beim Lauberhorn-Slalom) im Einsatz stehen. "Speed-Time" lautet somit das Motto dieser Woche, in der bei den Herren die Jagd der ÖSV-Asse auf den neuen Gesamt-Leader Lasse Kjus im Mittelpunkt steht und bei den Damen vor allem Renate Götschl auf Anja Pärson Terrain gut machen kann.

Zwei Super G und zwei Abfahrten stehen auf dem Programm von Cortina, wo Speed-Queen Götschl bei optimalem Rennverlauf die derzeit mit 179 Punkten in Front liegende Schwedin sogar von der Spitze verdrängen könnte. Schließlich liegt die spektakuläre Tofana-Strecke der Steirerin, die dort im Vorjahr bei ihrem Comeback Super G und Abfahrt gewonnen und sich dort auch bereits 1999 (Super G) und 2002 (Abfahrt) in die Siegerliste eingetragen hat.

Allerdings ist Renate etwas gehandicapt, da ihr beim Sturz in Veysonnaz verletzter Daumen am Montag nach einer Untersuchung im LKH Salzburg bei Toni Wicker (er konstatierte eine Art Daumen-Luxation, einen Kapselriss und ein eingerissenes Band) geschient werden musste.

"Die Verletzung ist etwas gröber als vermutet. Man muss abwarten, wie es geht, doch Michi Dorfmeister ist im Vorjahr auch lange damit gefahren", merkte Damen-Coach Herbert Mandl dazu an. Jene zehn Damen, die in Veysonnaz gestartet sind, kommen auch in Cortina zum Einsatz, wobei in der Abfahrt ein Platz (Lechner oder Berger) noch offen ist.

Gesamt-WC kein Thema für Götschl
"Für mich ist der Gesamt-Weltcup derzeit kein Thema, das Rechnen überlasse ich anderen", lautet derzeit der nüchterne Standpunkt der Steirerin, die bereits 1999/2000 den Gesamt-Weltcup gewonnen hat. Pärson darf man zwar auch in den schnellen Bewerben nicht unterschätzen, wie ihre glänzende Fahrt in St. Moritz (Disqualifikation nach ausgezeichneter Zwischenzeit) gezeigt hat. Zuletzt hat es allerdings zu keinem Spitzenplatz gereicht, in Veysonnaz kam die Schwedin über die Ränge 35 (Abfahrt) bzw. 18 (Super G) nicht hinaus.

ÖSV-Herren fahren Klassiker am Lauberhorn
Mit zwei Abfahrten beginnen am Freitag (Ersatz für Chamonix) und Samstag die 74. Lauberhorn-Rennen, bei denen Kjus wieder von der Spitze verdrängt werden könnte. In erster Linie von Hermann Maier, der mit nur 26 Punkten Rückstand auf seine Chance lauert.

Zum engsten Kreis der Sieganwärter in den Abfahrten zählt auch Stephan Eberharter, der in den vergangenen zwei Jahren auf dem Lauberhorn je ein Rennen gewonnen hat und mit ähnlichen Topleistungen im Weltcup einen Riesensprung vorwärts machen könnte. Der Samstag-Erfolg in Chamonix dürfte noch dazu dem regierenden Weltcupsieger gehörigen Auftrieb geben.

Raich verzichtet auf Abfahrt
In den Lauberhorn-Abfahrten geschont wird der Weltcup-Zweite Benjamin Raich, der erst am Sonntag im Slalom wieder um Punkte fahren wird. Ob es im Training eventuell wieder wie in Bormio zu einer internen ÖSV-Qualifikation zwischen vier Läufern (Franz, Gruber, Rzehak, J. Strobl) kommt, wird laut Herrenchef Toni Giger am Dienstag entschieden. Nicht sehr günstig ist die Wetterprognose, sind doch für die nächsten Tage durchwegs Niederschläge angesagt.

Das Weltcup-Programm dieser Woche:

Donnerstag:
Abfahrtstraining Damen Cortina (10:30)
Abfahrtstraining Herren Wengen (12:30)

Freitag:
Super-G Damen Cortina (10:30)
Abfahrt Herren Wengen (12:30/Ersatz Chamonix)

Samstag:
Abfahrt Damen Cortina (10:30)
Abfahrt Herren Wengen (12:30)

Sonntag:
Abfahrt Damen Cortina (10:45)
Slalom Herren Wengen (09:45/12:45)

(apa/red)

12.1.2004 12:55