Samstag, 17. Jänner 2004

Olympia 2012: New York begeistert von der Bewerbung

  • Stadion inmitten Manhattans soll 6,5 Milliarden Dollar kosten
  • "Olympiaplan X": Neues Verkehrssystem für die Athleten

New York ist so begeistert von der Idee, die Olympischen Spiele 2012 am Hudson auszutragen, dass es 6,5 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) für den Bau des Olympischen Dorfes und eines Olympiastadions in Manhattan ausgeben will. Das kündigte der stellvertretende Bürgermeister der Acht-Millionen-Stadt und Leiter der "Kampagne NYC2012", Daniel Doctoroff, an. Er habe bei seinen Reisen rund um die Welt enormen Zuspruch für die Bewerbung seiner Stadt erfahren, sagte Doctoroff zuversichtlich.

New York bewirbt sich in diesem Jahr erstmals in seiner Geschichte als Austragungsort Olympischer Sommerspiele. Amerikas "heimliche Hauptstadt" tritt gegen Leipzig, Paris, London, Madrid, Havanna, Istanbul, Moskau und Rio de Janeiro an. Der Sieger soll am 6. Juli 2005 in Singapur bekannt gegeben werden.

Sollte New York gewinnen, würden die Sportler aus aller Welt praktisch auf dem East River wohnen, gleich gegenüber dem Glaspalast der Vereinten Nationen. Dort wäre das Olympische Dorf an drei Seiten von Wasser umgeben, was als großer Vorteil für die Sicherheit gilt. Allein für den Bau des "Dorfes" will die Stadt 1,5 Milliarden Dollar bereitstellen.

Stadt-Spiele
Vom Olympischen Dorf sollen die Athleten jeden Austragungsort erreichen, "ohne jemals ihren Fuß auf eine Straße der City setzen zu müssen". Das gesamte Vorhaben heißt "Olympiaplan X". Das X bezieht sich auf die zwei sich kreuzenden Verkehrsachsen, an denen die Stadien für alle 40 Disziplinen gelegen sind. Das antiquierte U-Bahn-Netz soll "dramatisch verbessert" werden, verspricht die Stadt.

Die ersten Pläne für geplante Megastrukturen wie das Olympiastadion an Manhattans Westseite in Höhe der 30. bis 33. Straße sind derzeit in einer Ausstellung des Center for Architecture zu sehen. Demnach würde das Stadion ein einziehbares Dach bekommen und einen großen Teil seiner benötigten Energie aus Wind, Wasser und Sonne gewinnen. Selbst Regenwasser soll das Olympiastadion New York sammeln und wieder aufarbeiten. Die Baukosten würden überwiegend auf das Konto des Footballteams New York Jets gehen, das seit längerem über ein neues Heimatstadion nachdenkt.

Die Kuratorin der Ausstellung, Margaret Helfand, gab gegenüber der "New York Times" zu, dass "die bisher eingereichten Pläne noch wenig Ehrgeiz erkennen lassen". NYC2012 sei eine großartige Gelegenheit, neue Ideen zu entwickeln, stachelte sie Architekten aus aller Welt an.

(apa/red)

17.1.2004 16:51