Finanzprobleme: Real Madrid im Visier der EU-Kommission
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Die EU-Kommission verstärkt nach dem Bericht eines Wirtschaftblattes den Druck auf die teilweise unter massiven Finanzproblemen leidenden europäischen Fußballklubs. Nach der italienischen Profi-Liga sei nun auch Spaniens Top-Team Real Madrid ins Visier von EU-Wettbewerbskommissar Monti geraten, berichtete die Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Kommissionskreise.
Die Brüsseler Wettbewerbshüter hätten den Verdacht, dass der Renommierklub beim Verkauf des vereinseigenen Trainingsgeländes versteckte Beihilfen erhalten habe. Nun will die Behörde die Kaufverträge zwischen Real und der Stadt Madrid prüfen.
Die spanische Hauptstadt hatte das Grundstück 2001 als "Kernbauland" umklassifiziert und dessen Wert damit drastisch erhöht. Im vergangenen Jahr habe die Stadtverwaltung das Vereinsgelände dann für 1,2 Milliarden Euro erworben. Montis Beamte vermuten, dass die Umwidmung des Grundstücks in wertvolles Baugelände dem Zweck diente, dem Klub einen höheren Kauferlös zu sichern.
Real Madrid erlebt wie zahlreiche andere europäische Spitzenvereine trotz sportlicher Erfolge eine finanzielle Durststrecke. Laut "Kicker" sollen die Madrilenen allein in der vergangenen Saison 100 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet, dieses Minus aber durch Bilanzkosmetik verschleiert haben.
Auch im Fall des italienischen Salva-Calcio-Gesetzes macht Monti Druck. Der EU-Kommissar setzte der italienischen Regierung eine Frist bis zum 13. Februar, zu dem umstrittenen Legislativakt Stellung zu nehmen. Ministerpräsident Berlusconi, gleichzeitig Besitzer des AC Milan, hatte mit dem Dekret die Profiklubs von einem Teil ihrer Schuldenlast befreit.
Die Verordnung erlaubt es den Vereinen, Verluste aus ihren kostspieligen Spielereinkäufen auf zehn Jahre verteilt abzuschreiben. Kippt Monti das Gesetz, droht mehreren Erstligisten der Bankrott.
(APA)
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