Freitag, 16. Jänner 2004

Hofburg-Duell: Fischer bietet fairen Wahlkampf an

  • Kanzler-Lob: Schüssel verteidigt Ferrero gegen Kritiker
  • Online-Umfrage: Wer soll Bundespräsident werden?

SPÖ-Kandidat Heinz Fischer bietet seiner Konkurrentin von der ÖVP, Benita Ferrero-Waldner einen fairen Wahlkampf "auf der Basis von Sachargumenten" an. Der Zweite Nationalratspräsident zeigte sich überzeugt davon, dass die Österreicher wünschen, dass dies der Stil beider Seiten sein sollte.

Dass es für ihn schwieriger sein könnte, eine Frau als einen Mann im Wahlkampf zu attackieren, lässt Fischer nicht gelten. Er wolle weder einen Mann noch eine Frau attackieren, sondern Argumente präsentieren, sagte der SPÖ-Kandidat im Ö1-Morgenjournal.

Schüssel verteidigt Ferrero-Waldner
Bundeskanzler Schüssel verteidigte Donnerstag Abend in der "ZiB 2" ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Ferrero-Waldner gegen Kritiker, die der Außenministerin mangelnde Krisenfestigkeit vorwerfen. Ferrero-Waldner habe Österreich 2000 zur Zeit der Sanktionen mit Einsatz, Freundlichkeit, Härte und Gelassenheit repräsentiert und dem Land damit einen unschätzbaren Dienst erwiesen.

Ob es etwa nicht kontraproduktiv gewesen sei, dass Ferrero-Waldner in dieser Zeit zu Margret Thatcher nach Großbritannien gereist sei, und damit den amtierenden Premierminister Tony Blair noch mehr vor den Kopf gestoßen habe? "Aber geh'", meinte der Kanzler darauf, "wir werden uns von anderen nicht vorschreiben lassen, mit wem wir uns beraten, wen wir treffen".

Angesprochen auf die Loyalität Ferrero-Waldners zu ihm, Schüssel, meinte der Kanzler: die Ministerin habe "eine unschätzbare Eigenschaft", sie sage einem ihre Meinung sehr, sehr offen unter vier Augen und im kleinen Kreis und sei gleichzeitig eine sehr loyale und verlässliche Partnerin. Das schätze er, betonte Schüssel. Und Ferrero-Waldner bringe die Voraussetzungen mit, um als erste Frau Bundespräsidentin zu werden.

SPÖ macht Neutralität zum Thema
Der Wahlkampfleiter der SPÖ, Norbert Darabos, hat indessen angekündigt, dass die Neutralität ein Thema im Bundespräsidentschaftswahlkampf sein werde. Der SPÖ-Kandidat Heinz Fischer bekenne sich zur Neutralität, während Ferrero-Waldner bis vor kurzem noch einen NATO-Beitritt befürwortet habe, so Darabos in der Nacht auf Freitag in der ZiB 3.

ÖVP-Wahlkampfmanager Florian Krenkel sieht hingegen keinen großen Unterschied in der Haltung der beiden Kandidaten zur Neutralität. Auch für Ferrero-Waldner sei kein Grund vorhanden, etwas an der Neutralität zu ändern, so Krenkel in der ZiB 3. Allerdings entwickle sich die EU in Richtung Solidarität, außerhalb der Union gelte für Österreich aber weiter die Neutralität.

(apa)

16.1.2004 07:37