Mittwoch, 14. Jänner 2004

Ferrero tritt für ÖVP an! "Will Präsidentin mit Herz sein"

  • Gemischte Reaktionen: SPÖ spricht von einem "Fehlstart" PLUS: Lesenswert! Ferrero privat von A bis Z
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Soll eine Frau oder ein Mann Bundespräsident/in werden? Diese Frage werden die Österreicher am 25. April entscheiden: Die Außenministerin geht als offizielle ÖVP-Kandidatin ins Rennen! Ferrero-Waldner, die ihr Amt auch während des Wahlkampfes ausüben wird: "Ich will eine Präsidentin mit Herz sein." Ihr Hauptkontrahent im Hofburg-Duell: SPÖ-Kandidat Heinz Fischer, der in Umfragen voran liegt. Meinungsforscher sehen ihn leicht im Vorteil, weil er sich als "Ausgleich" zu Schwarz-Blau präsentieren könne.

Der ÖVP-Vorstand hat die Außenministerin Donnerstag Mittag zur Kandidatin bestellt. Die Entscheidung war einstimmig , so Bundeskanzler Schüssel: "Sie hat die volle Unterstützung der Partei." Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, wonach die ÖVP Ferrero-Waldner nicht direkt, sondern nur über deren Personenkomitee unterstützen wolle.

"Ich will eine Präsidentin mit Herz sein"
Die Außenministerin nach der Nominierung: Es war ein "sehr bewegenden Moment" für sie. Sie wolle eine Bundespräsidentin "für alle Österreicher" und eine "Bundespräsidentin mit Herz" sein. Ihre Funktion als Außenministerin will sie während des Wahlkampfes weiter ausüben, erklärte ihr Sprecher gegenüber der APA.

Ferrero-Waldner verwies auf ihre guten internationalen Kontakte, die sie während ihrer Tätigkeit für die UNO und als Außenministerin geknüpft habe. Sie ging auf die Zeit der EU-Sanktionen rund um die erste Angelobung von Schwarz-Blau ein. Viele der damaligen Gegner seien zu Freunden geworden. Nun wolle sie "die Türen der Welt für Österreich noch weiter öffnen".

Für sie sei die ÖVP-Nominierung eine "große Ehre" und eine "große Verantwortung", sagte Ferrero-Waldner weiters. Sie wolle sich nach allen Kräften bemühen, das Amt des Bundespräsidenten so auszufüllen, dass sich die Österreicher mit ihr identifizieren können.

Lob von Schüssel
Schüssel lobte, dass Ferrero-Waldner in den letzten Jahren Kompetenz und Loyalität, aber auch einen eigenen Stil und Persönlichkeit bewiesen habe: "Sie ist für uns die beste Kandidatin."

Meinungsforscher sehen Fischer im Vorteil
Meinungsforscher sehen derzeit einen "leichten Vorteil" für SPÖ-Kandidat Heinz Fischer gegenüber Ferrero-Waldner. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer meinte am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal, Fischer komme zu Gute, dass er sich als Ausgleich zu Schwarz-Blau auf Regierungsebene präsentieren könne.

Ob die Frage des Geschlechts bei der Wahl am 25. April ausschlaggebend sein könnte, wird von den Meinungsforschern zurückhaltend kommentiert. Christoph Hofinger von SORA meinte, wichtig sei die Person, nicht das Geschlecht. Die Frage sei auch, ob sich die Frauen mit Ferrero-Waldner identifizieren. Dies werde auch von der Kampagne und dem Auftreten der Kandidatin abhängen. Bachmayer glaubt, dass die Österreicher heute sei weit seien, eine Frau im ersten Amt des Staates zu akzeptieren.

(apa/red)

14.1.2004 13:25