Sonntag, 18. Jänner 2004

Nach Eklat: Sharon stützt Botschafter in Schweden

  • Diplomat zerstörte Kunstwerk, da er darin eine Glorifizierung von Selbstmordattentaten sah
  • "Haaretz"-Vorwurf: Akt war geplant!

Der israelische Regierungschef Sharon hat sich vor den Botschafter seines Landes in Schweden gestellt, der dort ein Kunstwerk mit einer Selbstmordattentäterin im Mittelpunkt demoliert hatte. Sharon sprach am Sonntag im Armeerundfunk von einem schwerwiegenden Fall und brachte das Kunstwerk in Verbindung mit Antisemitismus.

Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete unterdessen, Botschafter Zvi Mazel habe nicht aus spontaner Wut reagiert, sondern den Akt geplant. Er habe aus einer Zeitung von der Ausstellung erfahren. Sharon sagte: "Wir sind Zeugen eines zunehmenden Antisemitismus und werden unsere Anstrengungen im Kampf dagegen verstärken."

Die Installation des aus Israel stammenden Künstlers Dror Feiler zeigt das Foto einer lächelnden Selbstmordattentäterin. Ihr Bild war in einem "Schneewittchen" ("Snövit") genannten Boot zu sehen, das auf rot gefärbtem Wasser schwamm. Der israelische Diplomat hatte mehrere Scheinwerfer auf das in einem Wasserbecken schwimmende Boot geworfen und dabei nach Augenzeugenberichten "wie irrsinnig getobt". (apa)

18.1.2004 12:03