Samstag, 17. Jänner 2004

Stockholm: Israelischer Botschafter ruiniert politisches Kunstwerk

  • Eklat bei Ausstellungseröffnung: Diplomat empfand Installation als Glorifizierung von Selbstmordattentaten

Bei der Eröffnung der Ausstellung "Making Differences" im Historischen Museum in Stockholm hat der israelische Botschafter in Schweden, Zvi Mazel, für einen Eklat gesorgt. Er beschädigte eine Installation des Künstler-Paares Dror Feiler und Gunilla Sköld-Feiler. Die Installation besteht aus einem Springbrunnen voll rotem Wasser auf dem ein Segelboot mit einem Bild der palästinensischen Anwältin Hanadi Jaradat schwimmt, die sich vergangenen Oktober in Haifa in die Luft sprengte und 19 Personen in den Tod riss.

Mazel sagte gegenüber der Nachrichtenagentur TT, das Kunstwerk sei für ihn "intolerabel" und eine "Beleidigung für die betroffenen Familien". Die Textbeschreibung dazu rechtfertige und glorifiziere die Tat einer "Massenmörderin". Der Botschafter wurde laut Berichten von Vernissage-Gästen nach seiner Attacke - er hatte Beleuchtungskörper in das Wasser gestoßen, die einen Kurzschluss verursachten - regelrecht aus dem Museum gebuht.

Die Ausstellung, deren Ziel es ist, Kunst zu zeigen, die unbequeme Fragen stellt, ist ein Teil des Programmes rund um die von 26. bis 28. Jänner in Stockholm stattfindende Internationale Konferenz zur Vorbeugung gegen Völkermord. An ihr werden UNO-Generalsekretär Kofi Annan sowie Regierungsvertreter aus über 50 Staaten teilnehmen. In Schweden wird nun befürchtet, dass Israel seine Teilnahme absagen könnte. (apa)

17.1.2004 09:32