Erst der Mond, dann der Mars! Bush will ab 2015 das Weltall erobern
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Erst der Mond, dann der Mars! US-Präsident George W. Bush will das All erobern. Ab 2015 sollen bemannte Flüge wieder aufgenommen werden. Erst zum Mond. Von dieser "Basis" soll die Raumfahrt über das gesamte Sonnensystem ausgedehnt werden. "Es wird Zeit, dass Amerika den nächsten Schritt macht", sagte Bush in seiner Rede zum neuen US-Raumfahrtprogramm am Mittwoch in Washington.
Ein Stützpunkt auf dem Mond könne dabei als "Ausgangspunkt" dienen, um die "menschliche Gegenwart" im Sonnensystem auszuweiten. "Es gibt noch vieles, was wir entdecken und lernen können", betonte der Präsident. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, dass die Vereinigten Staaten spätestens 2020 mit dem Bau einer ständigen Raumstation auf dem Mond beginnen wollen.
Schon in zehn Jahren feste Mondstation
Mit einer festen Station auf dem Mond will US-Präsident George W. Bush schon in rund zehn Jahren den Weg für eine bemannte Mars-Mission frei machen. Er stelle sich "neue Reisen in Welten außerhalb unserer eigenen" vor, erklärte Bush am Mittwoch in einer Rede am NASA-Hauptquartier. Ein Jahr nach dem katastrophalen Absturz der Raumfähre "Columbia" bekräftigte er damit das Bekenntnis der USA zur bemannten Raumfahrt.
"Es ist an der Zeit für Amerika, den nächsten Schritt in der Erkundung des Weltalls zu gehen", sagte Bush. Den Flug zum Mond bis etwa 2015 soll seinen Plänen zufolge ein neu entwickeltes Raumschiff gewährleisten. Auf dem Erdtrabanten soll schließlich eine feste Station als Sprungbrett für eine bemannte Mars-Mission und für weitere Reisen ins Weltall eingerichtet werden. Zugleich kündigte Bush den Rückzug der Amerikaner von der Internationalen Weltraumstation (ISS) und den Abschied von der Space-Shuttle-Flotte bis etwa 2010 an.
Amerikaner zuletzt 1972 auf dem Mond
Spätestens 2008 sollen den Plänen zufolge Sonden und unbemannte Raumschiffe zur Erkundung der Mond-Oberfläche und zur Vorbereitung einer Station ins All geschickt werden. Es werde angestrebt, dass die Astronauten auf dem Mond "über immer ausgedehntere Zeiträume hinweg leben und arbeiten", erklärte das Weiße Haus. Zuletzt waren Amerikaner im Jahr 1972 auf dem Mond.
Fertigstellung der ISS wird weitergehen
Bush versicherte den internationalen Partnern zugleich, die USA würden ihre Verpflichtung einhalten und an der Fertigstellung der Raumstation ISS bis zum Jahr 2010 festhalten. Bis zum Jahr 2008 wollen die USA einen Nachfolger für die Jahrzehnte alten Shuttles entwickeln, mit denen Astronauten dann nicht nur die Raumstation sondern vom Jahr 2015 an auch den Mond und andere Welten erreichen könnten. Die verbleibenden Raumfähren sollen Ende des Jahrzehnts nach 30 Jahren pensioniert werden.
Eine Milliarde zusätzlich für die NASA
Für seine Weltraumpläne will Bush das NASA-Budget in den kommenden fünf Jahren um eine Milliarde Dollar (788 Mio. Euro) aufstocken und weitere elf Milliarden aus dem NASA-Haushalt umschichten. Der NASA-Haushalt für 2004 beträgt 15,5 Milliarden Dollar. NASA-Chef Sean O'Keefe verteidigte am Mittwoch die Kosten für die Vorhaben. "Wir geben weniger als ein Prozent des Bundeshaushalts für die Technologie aus, die die NASA für Forschungszwecke verwendet", erklärte er im amerikanischen Fernsehen. "Das wird sich nicht ändern."
Lenkt Bush nur von Problemen ab?
Beobachter sehen in dem Vorstoß Bushs einen Versuch, von heimischen und internationalen Problemen seiner Amtszeit ein knappes Jahr vor der Wahl abzulenken. Bushs Vater hatte während seiner Zeit als Präsident ebenfalls die Landung von Astronauten auf dem Mars geplant. Die Kosten für das Projekt waren 1989 mit 400 bis 500 Milliarden Dollar angegeben worden. Der Kongress schreckte damals vor den Ausgaben zurück, und mit der Umsetzung der Pläne wurde nie begonnen. (APA/red)
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