Freitag, 16. Jänner 2004

Kindergeld: Jeder Fünften droht die Rückzahlung

  • Wer mehr als 14.600 Euro/Jahr verdient, muss gesamtes Kindergeld rückerstatten
  • AK-Vertreter Klein: "Unsinnig und unmenschlich"

Hiobsbotschaft zum Kindergeld: Jeder fünften Bezieherin droht die Rückzahlung, weil sie mehr als die Zuverdienstgrenze von 14.600 Euro jährlich verdient hat. Darauf machte der Leiter des Sozialbereichs der Arbeiterkammer, Christoph Klein, aufmerksam.

Klein im Ö1-Morgenjournal am Freitag: Die Regelung sei "unsinnig" und "unmenschlich", weil bei einer Überschreitung der Zuverdienstgrenze das gesamte Kindergeld zurückgezahlt werden muss. Das könne bei manchen Familien bis zu einem Drittel des Jahreseinkommes ausmachen.

Die Grenze von 14.600 Euro jährlich sei für den einzelnen nicht leicht durchschaubar, erläuterte Klein. Dafür herangezogen werde der Brutto-Gehalt ohne Sonderzahlungen, davon werde die Sozialversicherung abgezogen und dann werde der Betrag um 30 Prozent erhöht. Das sei "nicht auf einem Bierdeckel" auszurechnen, spielte Klein auf eine Äußerung von Staatssekretär Finz an, der damit die einfache Regelung der neuen Steuerreform darstellen wollte.

Von der Rückforderung des Kindergeldes könne dann abgesehen werden, wenn die Zuverdienstgrenze um nicht mehr als 10 Prozent überschritten wurde und diese Überschreitung "unvorhergesehen" eingetreten sei. Eine unvorhergesehene Überschreitung sei aber nicht anzunehmen, wenn man etwa eine Gehaltserhöhung oder -vorrückung bekommen habe, sondern beispielsweise nur dann, wenn man angeordnete Nachtdienste oder Überstunden geleistet habe.

(apa)

16.1.2004 09:42