Tod im Jugendgästehaus: Frau stirbt an CO-Vergiftung
- Lüftung defekt: Küchenhilfe starb an Sauerstoff-Unterversorgung
- Ursache erst durch weiteren Vorfall entdeckt
Zu einem tödlichen Zwischenfall ist es in einem steirischen Jugend- und Familiengästehaus gekommen. Wie sich erst am Donnerstag herausstellte, starb eine 41-jährige Küchenhilfe am vergangenen Wochenende an einer Kohlenmonoxidvergiftung, die durch eine defekte Lüftungsanlage verursacht wurde.
Zunächst war man von einem Herzversagen ausgegangen, erst als am Donnerstag weiteren Mitarbeiterinnen übel wurde, sperrte man die Küche und stieß auf die tatsächliche Ursache für den Todesfall.
Das Jugend- und Familiengästehaus in der Eisenerzer Ramsau war erst im Juli 2003 eröffnet worden. Am vergangenen Samstag war plötzlich Küchenhilfe Erika F. (41) in der Küche leblos zusammengebrochen. Sie wurde ins LKH Eisenerz gebracht, wo sie kurze Zeit später starb. An einem Herzinfarkt, wie man zunächst annahm.
Erst durch einen weiteren Zwischenfall Donnerstagmittag - zwei Mitarbeiterinnen war schlecht geworden - kam man hinter die wahren Gründe für den tragischen Tod der Frau. Die Küche wurde gesperrt, ein technischer Sachverständiger und die Gendarmerie informiert. Die beiden betroffenen Frauen seien mittlerweile wohlauf, befänden sich aber zur Überwachung noch im Spital, hieß es von der Hausleitung.
Als Ursache wurde die Lüftungsanlage ausgemacht. "Offenbar ist die Montage einer Lüftungsklappe nicht ordnungsgemäß erfolgt", berichtet der Leiter des Vereins der Jugend- und Familiengästehäuser, Gerhard Wendl. Die Anlage habe zwar funktioniert, aber offenbar nur unzureichend für die Umwälzung der Abluft u.a. eines Gasherds gesorgt. Dramatisch habe sich der Fehler erst jetzt im Winter ausgewirkt, weil alle Fenster geschlossen waren, vermutete Wendl im APA-Gespräch. Die Anlage sei vor der Inbetriebnahme im Sommer selbstverständlich gewerbebehördlich kommissioniert worden.
Wie sich im Nachhinein herausstellte, war das Opfer in der Küche schon öfters ohnmächtig geworden. Erika F. befand sich in ärztlicher Behandlung. Ihr Hausarzt hatte eine Kreislaufschwäche konstatiert.
Von einer "Verkettung unglücklicher Umstände" sprach Jugendlandesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Einer Fahrlässigkeit seitens des betreibenden Vereins sei nicht erkennbar. (apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
