Safaripark: Finanzprobleme seit Dezember bekannt
- Zu Jahresbeginn war erstmals von Konkurs die Rede
- Für etwa 850 Tiere müssen jetzt neue Plätze gefunden werden
Die finanziellen Nöte des Safariparks Gänserndorf waren Anfang Dezember vergangenen Jahres bekannt geworden. Es sehe "nicht besonders rosig" aus, sagte Geschäftsführer Georg Scheifinger damals auf Anfrage zur APA und gab der Hoffnung Ausdruck, dass ein erarbeitetes Sanierungskonzept "breite Zustimmung" erfahre.
Für die schwierige finanzielle Situation nannte der Geschäftsführer insbesondere zwei Faktoren als maßgeblich: Einerseits die Wettersituation der vergangenen Jahre mit der Hitzwelle des Sommers 2003 als Gipfel (die Temperaturen hätten "ins Bad statt in den Safaripark gelockt"), andererseits Investitionen im Bereich der Tierhaltung für einen zeitgemäßen Standard. Damit sei die Bildung von Rücklagen nicht möglich gewesen. Um kostendeckend arbeiten zu können, brauche der Safaripark 235.000 bis 250.000 Besucher jährlich, so Scheifinger. 2003 seien es nur knapp 200.000 gewesen.
Der Safaripark hat in diesem Jahr zu reduzierten Eintrittspreisen erstmals auch im Winter geöffnet. Etwa 850 Tiere sind zu versorgen. Die damit beschäftigten Mitarbeiter würden "Engagement zeigen und hervorragende Arbeit machen", obwohl sie (Stand Anfang Dezember) laut Scheifinger schon seit zwei bis drei Monaten auf Gehälter warten mussten.
In einer Pressekonferenz Anfang Jänner hatte es dann geheißen, dass der Safaripark akut von Konkurs bedroht sei. Die laufenden Kosten des vom Pharmakonzern Baxter finanzierten Affenhauses sowie die artgerechte Betreuung der Schimpansen sei nicht länger zu bewältigen. "Wir warten weiter auf die notwendigen Mittel, zu deren Zahlung sich Baxter vertraglich verpflichtet hat", berichtete Scheifinger. Die Baxter AG wies die geäußerten Vorwürfe, man habe vereinbarte Gelder nicht fließen lassen, umgehend zurück. "Wir haben die monatlich festgelegten 19.000 Euro bereits im Voraus bezahlt", betonte Pressesprecher Peter Mateyka. "Wir stehen zu unseren 43 Schimpansen. Und ich finde es nicht redlich, dass der Safaripark nun versucht, uns für seine derzeitige Situation verantwortlich zu machen."
In der Folge gab es zahlreiche Stimmen, die sich für die Erhaltung der Einrichtung in Gänserndorf aussprachen. Für zumindest einen Teil der Tiere wurde auch "Asyl" angeboten. Auf der Homepage (http://www.safaripark.at) fand sich am Mittwochnachmittag noch immer der Aufruf "Spenden Sie für die Tiere im Safaripark". Zuvor war bekannt geworden, dass Konkurs angemeldet werden muss. (APA/red)
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