Mittwoch, 14. Jänner 2004

Stift Geras: Abt Joachim Angerer tritt zurück

  • "Aus freien Stücken, unter keinerlei Druck"
  • Nachfolger wird Thomas Handgrätinger

Der Abt des niederösterreichischen Prämonstratenserstiftes Geras, Joachim Angerer, emeritiert mit seinem bevorstehenden 70. Geburtstag. Angerer legt mit 8. Februar sein Amt in die Hände von Prämonstratenser-Generalabt Thomas Handgrätinger, wie die Kathpress berichtete. In der Gemeinde Eibenstein, die er seit mehr als 40 Jahren seelsorglich betreut, bleibt Angerer Pfarrer.

Angerer habe diese Entscheidung nach eigenen Angaben "aus freien Stücken, unter keinerlei Druck und nach reiflicher persönlicher Überlegung" getroffen, hieß es. Angerer, seit dem 15. Jänner 1986 Abt des Doppelklosters Geras-Pernegg (mit Zuständigkeit auch für die Neugründungen Fritzlar/Deutschland und Itinga/Brasilien), beendet gleichzeitig seine 35-jährige Tätigkeit als "Provisor und Waldmeister" - und damit Wirtschaftsverantwortlicher - des Stiftes Geras.

Damit legt er auch seine Funktionen als Geschäftsführer des "Kunst- und Bildungszentrums Stift Geras" und der zur Gänze dem Stift gehörenden "Stadt Geras Fremdenverkehrsförderungs- und Betriebsgesellschaft m.b.h." zurück. Weiters verwies der Abt darauf, dass seit 1970 mehr als 40.000 Menschen aus ganz Europa und anderen Teilen der Welt im Kunst- und Bildungszentrum Stift Geras Sinn gebende Impulse erfuhren. Im vergangenen Jahrzehnt habe sich Pernegg zu einem gesuchten Fasten- und Seminarzentrum entwickelt, mit 60 ständigen Dienstnehmern und 110 freischaffenden Künstlern und Referenten sei Geras-Pernegg der wichtigste Arbeitgeber der Grenzregion.

Er blicke "mit Freude und Dankbarkeit" zurück, so Angerer. Er habe die Hälfte seines Lebens mit all seinen Kräften dem Stift Geras gewidmet und seine Ziele als Abt und Wirtschafter (Provisor und Waldmeister) erreicht. Geras, Pernegg sowie die 14 inkorporierten Pfarren seien saniert, restauriert und revitalisiert.

Schulden des Stiftes Geras im Ausmaß von 10,1 Millionen Euro waren im September 2003 Anlass einer Visitation. Die Bankverbindlichkeiten seien durch Pfandrechte im Grundbesitz des Stiftes sichergestellt, hieß es im Abschlussbericht. Festgestellt wurde weiters, dass für die Revitalisierung große Summen aufgewendet worden waren.

(apa)

14.1.2004 13:10