Erschreckender Trend: Eltern werden immer öfter von ihren Kindern geschlagen!
- Jugendliche können häufig Grenzen nicht mehr einhalten
- 90 Prozent der halbwüchsigen Prügler sind männlich
Auf einen erschreckenden Trend machen nun Experten aufmerksam: Die Zahl der Mütter und Väter, die von ihren heranwachsenden Kindern geschlagen werden, ist offenbar im Steigen. Das berichten Interventionsstellen und psychosoziale Notdienste. Kinder hätten häufig nicht gelernt, Grenzen einzuhalten, sie überschreiten diese oft in der Form von Aggressionshandlungen, sagen Psychologen.
So stellt beispielsweise die "Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie" in Oberösterreich jährlich eine Steigerung von Fällen fest, in denen Jugendliche gegen Eltern "tätlich" werden: Waren es im Jahr 1999 neun, so wurden im Vorjahr bereits 27 verzeichnet. Die Dunkelziffer dürfte möglicherweise bis zu fünf Mal so hoch liegen, so die Leiterin der Interventionsstelle.
Bei über 90 Prozent der Fälle gehe es um Gewalthandlungen männlicher Jugendlicher meist gegen die Mutter oder den Vater, vereinzelt auch gegen einen Stiefelternteil oder Geschwister.
Auch beim "Psychosozialen Notdienst" in Linz mehrten sich in jüngster Zeit die Anrufe Hilfe suchender Eltern. Das "klassische Autoritätsverhältnis" sei aufgebrochen, die Jugendlichen fügen sich nicht mehr, nannte der psychosoziale Notdienst einen Grund für die körperlichen Attacken. "Viele Eltern tun sich schwer Grenzen zu ziehen", so Czamler. Wenn die Kinder kleiner sind, werden alle Wünsche erfüllt, "weil sie es besser haben sollen". Doch irgendwann komme der Punkt, wo es nicht mehr geht - der Nachwuchs fordere aber trotzdem. Und dann eskaliere die Situation in der Familie.
(apa)
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