"Es war Notwehr": Polizei erschießt Amok-Lenker!
- Wiener attackierte Beamten mit Messer
- Der bis dato unbescholtene Familienvater verursachte mehrere Unfälle, raste quer durch Wien
Tödliche Schüsse nach einer wilden Amokfahrt in Wien! Ein bis dato unbescholtener Mann, Vater eines vierjährigen Buben, wurde getötet. Laut Polizei war es Notwehr: Beamte hatten den Lkw-Fahrer, der in der Nacht auf heute quer durch Wien gerast war, nach mehreren Unfällen gestoppt. Der Wiener stieg aus und attackierte einen Uniformierten mit einem Messer! Der Kollege des attackierten Polizisten feuerte - und tötete den 35-Jährigen.
Das Drama endete Sonntag Nacht in der Wiener Innenstadt. Warum der Mann so aggressiv war, sei nicht klar. Am ehesten komme ein "pschychotisches Ausrasten" in Frage, sagte der Leiter der Kriminaldirektion 1, Dr. Ernst Geiger am Montag Vormittag zur APA.
Familienvater fühlte sich verfolgt
Nicolae J. aus Rudolfsheim-Fünfhaus, verheiratet, Vater eines vier Jahre alten Sohnes, unbescholten und als Milchlieferant tätig, war Sonntag gegen 22.00 Uhr kurz nach Hause gekommen. Er habe kurz erklärt, er werde verfolgt, hätte dann ein Küchenmesser und ein Spielzeug genommen und sei wieder weg gegangen. Auf der Fahrt Richtung Innenstadt verursachte er laut Geiger zwei Unfälle.
Amokfahrer verursache 2 Unfälle
Zunächst touchierte der 35-Jährige mit seinem Lkw an der Kreuzung Neubaugürtel-Burggasse ein anderes Fahrzeug und verlor einen Kennzeichentafel, nachdem er das Rotlicht der Ampel ignoriert hatte. Wenig später krachte es im Kreuzungsbereich Friedrichstraße-Getreidemarkt-Linke Wienzeile, wobei ein Beteiligter verletzt wurde. Von einem Funkwagen verfolgt, fuhr J. in die City, wo die Polizei den Lkw in der Augustinerstraße stoppte und versuchte, den 35-Jährigen zum Aussteigen zu bewegen.
Polizei versperrte Lkw den Weg
Dessen Reaktion bestand darin, dass er die Sicherheitswachebeamten mit seinem Messer bedrohte und sich im Führerhaus verschanzte. Die Besatzung eines zweiten Funkwagens kam dazu, der 35-Jährige wurde aufgefordert, das Messer wegzuwerfen. Daraufhin sprang J. aus dem Führerhaus, versuchte vergeblich davonzulaufen, bestieg wieder den Lkw und fuhr noch ein Stück weiter. Die Beamten konnten sich vor dem Fahrzeug gerade noch in Sicherheit bringen.
Kurz danach stoppten die Sicherheitswachebeamten den Lkw neuerlich und setzten zur Überwältigung des Fahrers Pfefferspray ein. Dieser versuchte, auf einen der Polizisten einzustechen, woraufhin dieser einen Schuss in die Luft abgab. Der Lkw-Fahrer lief zu einem anderen Beamten und wollte auch diesem einen Stich versetzen. Ein dritter Kollege gab in diesem Moment einen gezielten Schuss auf die untere Körperhälfte des 35-Jährigen ab, der tödlich war.
Polizei: "Es war gerechtfertigte Notwehr"
"Unserer Einschätzung nach war es ein Fall von gerechtfertigter Nothilfe nach Paragraf 3 des Strafgesetzbuchs", sagte Geiger, "die weitere Beurteilung erfolgt aber durch die Staatsanwaltschaft." Der 35-Jährige sei noch nicht obduziert, ob möglicherweise Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten, könne deshalb noch nicht gesagt werden.
(apa/red)
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