Freitag, 9. Jänner 2004

Billigflieger-Allianz: Niki Lauda holt sich Air Berlin als Teilhaber

  • Air-Berlin steigt mit 24 Prozent bei Laudas "NIKI" ein
  • Zusammen nach Osteuropa - Im April zwei neue Airbusse

Jetzt ist es fix: Laudas neue Airline heißt "NIKI"! Sie firmierte seit Ende November unter dem Namen "flyniki". Und noch eine Neuerung gibt´s: Der deutsche Billigflieger Air Berlin ist mit an Bord: Air Berlin wird 24 Prozent von Laudas österreichischer Airline übernehmen.

Das wurde am 9. Jänner 2004 bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben. Vorrangiges Ziel der Kooperation sei die gemeinsame Erschließung des österreichischen und osteuropäischen Marktes. Schon im April sollen zwei neue Airbusse in den Dienst gestellt werden. Es handelt sich um die erste europäische Billigflieger-Allianz. Air Berlin wird als Dienstleister den Vertrieb und das Streckenmarketing übernehmen sowie ihre Logistik zur Verfügung stellen.

Neuer Markenname für Airline "NIKI"
Der neue Markenname für die bisher provisorisch als "flyniki" agierende Airline des früheren Formel 1-Weltmeisters ist NIKI. "Ich habe mich gefragt, wie kann ich den Lauda besiegen", erklärte Lauda. Überlegungen für einen neuen Namen habe er nach kurzem Überlegen wieder verworfen. Jetzt könnten die Passagiere sagen "Ich bin mit dem Niki geflogen - und wir sind alle per du", so Lauda.

Niki Lauda hatte im Vorjahr die österreichische Tochtergesellschaft der in Konkurs gegangenen deutschen Fluggesellschaft "Aero Lloyd" übernommen. Erklärtes Ziel war, neben dem Charter-Geschäft auch einen neuen Low-Cost-Carrier zu etablieren. Lauda gelang es, Charter-Verträge mit namhaften Veranstaltern zu schließen. Derzeit fliegt "NIKI" mit zwei Maschinen, einem 174-sitzigen Airbus 320 und einem 210-sitzigen Airbus 321, österreichische Urlauber von Wien und von Salzburg auf die Kanarischen Inseln, Madeira und nach Ägypten.

Flottenvergrößerung im April
Im April 2004 wird die Flotte um zwei weitere Airbusse des Typs 320 vergrößert und der Einstieg als Low-Cost-Carrier erfolgen. Niki Lauda: "Ich suchte die Kooperation mit einem starken Partner, der über Vertrieb und Logistik verfügt, und traf Joachim Hunold von Air Berlin. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und schließlich mit Handschlag eine gemeinsame Zukunft beider Airlines beschlossen". Die Gesellschafter von Air Berlin haben dem Agreement zugestimmt.

Air Berlin wurde im Jahr 2003 mit 9,6 Millionen beförderten Passagieren nach der Lufthansa zur zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft und zum drittgrößten Low-Fare-Carrier in Europa. 2002 hatte das Unternehmen noch 6,7 Millionen Gäste. Insgesamt startet Air Berlin von 18 deutschen Flughäfen zu 42 Zielen in Europa, der Türkei und Nordafrika.

Einbindung in das Air-Berlin-Drehkeuz
Geplant ist, "NIKI" künftig mit einer Verbindung in das Air-Berlin- Drehkreuz Palma de Mallorca einzubinden. Bereits ab 16. Februar wird es einen Code-Share-Flug Wien-Düsseldorf geben. Derzeit fliegt Air Berlin zweimal täglich die Strecke Düsseldorf-Wien. In Österreich betreut NIKI weiterhin die Abwicklung auf den Flughäfen, die Veranstalter und die Reisebüros.

Alle Flüge mit NIKI können demnächst im Internet sowohl unter "flyniki.com" als auch unter "airberlin.com" gebucht werden - jeweils ab 29 Euro für die einfache Strecke. Im Gegenzug sind auch Air-Berlin-Buchungen über "flyniki.com" oder das gemeinsame Service- Center von NIKI und Air Berlin (in Österreich telefonisch unter 0810- 1025 73 800) möglich. (APA/Red.)

9.1.2004 10:17