Freitag, 9. Jänner 2004

Lkw-Kontrollen: "Aktion Scharf" bringt 1.539 Anzeigen in 4 Tagen

  • Nur 90 von 2.243 kontrollierten Lkw waren völlig in Ordnung
  • 45 Prozent der Fahrzeuge mit schweren Mängeln

Erschreckende Details bringen die seit dem ersten Jänner 2004 verschärften Lkw-Kontrollen auf Österreichs Straßen ans Licht: Von 2.243 Lkw, die im Zuge der "Aktion Scharf" gegen den Lkw-Verkehr von Mittwoch bis Samstag wegen auffälligen Aussehens angehalten wurden, waren gerade einmal 4 (!) Prozent oder 90 Lkw völlig in Ordnung, bilanzierte Verkehrsminister Gorbach am Montag

Ein Unterschied bei den technischen Standards zwischen in- und ausländischen Lkw konnte laut dem Leiter der Kontrollaktion, Walter Nissler, nicht festgestellt werden.

45% der Fahrzeuge mit schweren Mängeln
Insgesamt wurden 1.539 Anzeigen ausgestellt, davon 217 wegen Übertretungen bei den Lenk- und Ruhezeiten. Bei den Fahrzeugen wiesen 45 Prozent schwere, 35 Prozent leichte Mängel auf. 359 Lenker mussten wegen "Gefahr in Verzug" Mängel unverzüglich beheben oder die Nummerntafeln wurden sofort abmontiert.

Gorbach will Zahl der Kontrollen verdoppeln
Verkehrsminister Gorbach hat nach der ersten Schwerpunktaktion nun eine Verstärkung des Kontrollpersonals angekündigt. Die insgesamt 17.000 Lkw-Kontrollen des Vorjahres sollen heuer mehr als verdoppelt werden. "Die Transporteure wissen nach dieser Kontrollaktion: Es ist uns ernst damit, dass Schrott-Lkw auf unseren Straßen nichts zu suchen haben", erklärte Hubert Gorbach. Im 1. Halbjahr 2004 sollen laut Verkehrsminister die "personellen und technischen Ressourcen sukzessive aufgestockt" werden, um während des ganzen Jahres "laufend bestmöglich einen sicheren Lkw-Schwerverkehr unter ebenso strenger Einhaltung der Umweltstandards zu erreichen".

Kritik von Seiten der Frächtervertreter, wonach es keine einheitlichen Kontrollen gäbe und Willkür "Tür und Tor geöffnet" sei, weist Nissler zurück. Überprüft werden der technische Zustand des Lkw, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die Bezahlung der seit Jahresbeginn 2004 geltenden Lkw-Maut, die sichere Verwahrung der Ladung und die Einhaltung der sozialrechtlichen Bestimmungen. (APA/Red.)

9.1.2004 07:41