Skispringen: Angeschlagener Hannawald legt Pause ein
- "In meinem Kopf schwirren nur Fragezeichen herum"
- PLUS: Alle Ergebnisse und die Gesamtwertung!
·Vierschanzen
Pettersen Gesamt- sieger vor "Hölli"
·Nach Tournee
Spezialtraining für Andreas Widhölzl
·Die WERTUNG
Der Endstand der 4-Schanzentournee
·Kurz-Porträt
Steckbrief von Sigurd Pettersen
·Alle Gewinner
Vierschanzen- Sieger seit 1953
·Das ERGEBNIS
Der Bewerb in Bischofshofen
·Das ERGEBNIS
So ging der Bewerb in Innsbruck aus
·Das ERGEBNIS
So ging der Bewerb in Garmisch aus
·Das ERGEBNIS
So ging der Bewerb in Oberstdorf aus
·Skispringen
Endstand: Weltcup- Wertung 2003/04
Die Vierschanzen-Tournee ist führ ihn enttäuschend verlaufen. Nun redete sich Sven Hannawald im Mannschaftshotel der deutschen Skispringer in St. Johann bei einem Glas Wein den Frust von der Seele. Hannawald, der 1999/2000 als bisher einziger Springer den Grand-Slam geschafft hat, entschied nach intensivem Gespräch mit Trainer Wolfgang Steiert, eine Auszeit zu nehmen. "Er wird beim Weltcup in Liberec eine Pause einlegen. In dieser schwierigen Lage wäre es nicht gut, ihn gleich wieder bei einem Wettkampf starten zu lassen", erklärte Steiert.
So wie die am Wochenende ebenfalls pausierenden Martin Schmitt, Georg Späth, Maximilian Mechler und Stephan Hocke wird Hannawald am 17./18. Jänner in Zakopane zum Weltcup zurückkehren. Bis dahin soll der Hinterzartener in seinem Heimatort unter Co-Trainer Peter Rohwein üben und wieder zu sich selbst finden. "Ich bin unfassbar enttäuscht. In meinem Kopf schwirren nur Fragezeichen herum", beschrieb Hannawald nach dem Absturz in Bischofshofen (Rang 22, nur Gesamt-Zwölfter) seine Gemütsverfassung.
Ein Schatten seiner selbst
Warum der gut in die Saison gestartete Hannawald jedoch nach Weihnachten plötzlich einbrach und ausgerechnet beim ersten Saisonhöhepunkt nur ein Schatten seiner selbst war, bleibt unklar. Hannawalds größte Krise seit 1995/96 - damals sollte er sogar aus dem B-Kader fliegen - stellt die Trainer vor ein Rätsel. Eine kurzfristige Kurs-Korrektur scheint kaum möglich. "Wenn seine Form nicht zu 100 Prozent stimmt, ist er auch im Kopf nicht der Stärkste. Teilweise ist es dann sehr schwierig, ihn mit Worten zu erreichen", macht Steiert ein "Kopfproblem" für den Absturz seines Musterschülers verantwortlich.
Trainer als Hobby-Psychologe
Die Hilfe eines Psychologen lehnt der Bundestrainer jedoch ab. "Unser Betreuerstab ist groß genug. Ich bin selber Hobby-Psychologe, denn ich arbeite seit Jahren mit den Springern in diesem Bereich", erklärte Steiert, der immer noch auf seinen ersten großen Erfolg als verantwortlicher Trainer wartet. Die Ursachen für Hannawalds Talfahrt will Steiert in einer internen Aussprache ergründen.
"Hanni" im Schneckenhaus
Keine leichte Aufgabe, denn der sensible Hannawald hat sich in sein Schneckenhaus zurückgezogen. "Wenn es bei mir nicht so läuft, ist das Tunnelgefühl noch extremer. Ich bin dann so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich rundherum kaum etwas wahrnehme", erklärte der 29-Jährige. Sollte der Misserfolg anhalten, scheint sogar ein vorzeitiger Saison-Ausstieg nicht ausgeschlossen. Vor der Skiflug-WM Mitte Februar in Planica sei dies laut Steiert zwar kein Thema, aber der Coach weiß angesichts der zuvor anstehenden Heim-Weltcups in Oberstdorf und Willingen: "Der Monat Februar wird eine unheimliche psychische Dauerbelastung."
(apa/red)










