Trotz Hallensieg: Rapid sauer auf BL-Chef Westenthaler
- "Offen zur Schau gebrachte Unterstützung der Wiener Austria"
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Beim neuen Hallenkönig Rapid ist nach dem Final-Krimi gegen die Wiener Austria zwar Feierstimmung angesagt, doch bei den Hütteldorfern herrscht auch Verärgerung. Die Grün-Weißen sind nach dem Hallencup ganz schlecht auf Bundesliga-Vorstand Peter Westenthaler zu sprechen. Konkret stoßen sich Rapid-Manager Werner Kuhn und Sportdirektor Peter Schöttel in einer Presseaussendung an Westenthalers offen gezeigter Freude bei Treffern der Austria.
"Sein Verhalten als einer der höchsten Repräsentanten der neutralen T-Mobile-Bundesliga war sicher nicht angebracht. Man darf sich nicht wundern, dass seine offen zu Schau gebrachte Unterstützung des regierenden Meisters auch andere Mitarbeiter der Liga in den Verdacht bringt, ein Naheverhältnis zur Wiener Austria zu haben und die Regeln der Objektivität zu verletzen", hieß es in der Aussendung.
Kritik an Fan-Gesängen
Weiters distanzierten sich beiden von den Beschimpfungen eines Teils der Rapid-Fans gegen Michael Wagner. "Einziger Wermutstropfen sind die von einem Teil der Besucher angestimmten und zutiefst beleidigenden Sprechchöre gegen Austria-Kapitän Michael Wagner und seine Familie, von denen wir uns selbstverständlich distanzieren. Solche Sprechchöre haben im Rahmen eines Fußballfestes ganz und gar nichts verloren, und wir werden alles unternehmen, dass sich solche Diffamierungen nicht mehr wiederholen werden."
Gleichzeitig wurde auch auf diskussionswürdige Fan-Gesänge des Austria-Anhangs hingewiesen. "Genauso erwarten wir aber auch, dass sich die Austria-Offiziellen von den ebenso deplatzierten Sprechchören der violetten Anhänger (Bomben auf Hütteldorf, Anm.) distanzieren", meinte die Hütteldorfer, die nichtsdestotrotz die Austria zu ihrer Leistung beim Stadthallenturnier und Heinz Palme zur "perfekten Organisation" des Turniers beglückwünschten.
Hickersberger freut sich
Nach dem ersten Triumph am Vogelweidplatz seit 1998 war Trainer Josef Hickersberger voll des Lobes für seine junge Mannschaft, deren Durchnittsalter im Finale 20,7 Jahre betrug. "Gott sei Dank haben wir hier endlich wieder gewonnen, das freut mich für die Spieler."
Der Ex-ÖFB-Teamchef strich zudem die Bedeutung der grün-weißen Anhänger hervor. "Wir haben nicht durch den Sieg, sondern durch die Begeisterung der Fans bewiesen, dass wir die Nummer eins in Österreich sind."
Löw vom Hallen-Kick begeistert
Bei Austria-Trainer Jochim Löw überwog nach der verpassten Titelverteidigung die Freude über ein spannendes Turnier. "Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Es gibt keine Verlierer, sondern nur einen Gewinner, und das waren die Zuschauer", war der Deutsche vom traditionsreichen Stadthallenturnier begeistert.
"Normalerweise bin ich bei Hallenturnieren skeptisch, aber das hier hat viel Spaß gemacht. Das war Werbung für den Hallenfußball, ich freue mich schon auf das nächste Jahr", sagte der Austria-Coach.
(apa/red)
