Mittwoch, 7. Jänner 2004

US-Soldaten: sollen Ehepaar im Irak erschossen haben

  • Fünf Kinder überlebten

Die US-Streitkräfte haben in der irakischen Stadt Falluja laut Augenzeugenberichten das Feuer auf ein Haus eröffnet und dabei ein Ehepaar getötet. Die Soldaten seien unter Beschuss geraten und hätten auf das Haus gefeuert, erklärten Nachbarn am Mittwoch. Ein 37 Jahre alter Mann und seine 28-jährige Frau seien erschossen worden.

Die fünf Kinder des getöteten Paaren überlebten den Beschuss am Dienstagabend unverletzt, wie die Augenzeugen in Falluja, 50 Kilometer westlich von Bagdad, weiter mitteilten. Die US-Truppen gaben zunächst keine Stellungnahme ab. Zuvor hieß es in einer Erklärung der Streitkräfte, Soldaten seien bei einem Routineeinsatz in Falluja beschossen worden. Sie hätten das Feuer erwidert und einen Iraker verletzt. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden, darunter ein mutmaßlicher Waffenhändler.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk griffen Aufständische ein irakisches Polizeifahrzeug mit einer Granate an. Dabei wurde am Dienstagabend ein Polizist getötet, zwei wurden nach Polizeiangaben verletzt. In der Parteizentrale der Kurdischen Sozialistischen Partei in Kirkuk schlug laut Behördenangaben am frühen Mittwochmorgen ebenfalls eine Granate ein. Ein Mensch wurde verletzt, und es entstand leichter Sachschaden.

In den USA werden unterdessen die Soldaten knapp. Wie Verteidigungsminister Rumsfeld außerdem bestätigte, dürfen zur Zeit im Irak und in Afghanistan stationierte Soldaten, deren Militärzeit während des dortigen Einsatzes abläuft, nicht aus den Streitkräften ausscheiden. Stattdessen müssen sie ihren Dienst am Einsatzort fortsetzen und auch noch nach ihrer Heimkehr im Zuge der Truppenrotation mindestens drei Monate lang beim Militär bleiben. Die Einsatzdauer im Irak beträgt jeweils ein Jahr.

Als weitere Maßnahme sollen zur Zeit in Afghanistan, im Irak und in Kuwait stationierten Soldaten und ihren "Nachrückern" je nach Dienstrang bis zu 10.000 Dollar "Belohnung" gezahlt werden, wenn sie sich bei Ablauf ihrer Militärzeit für weitere drei Jahre verpflichten.
(apa)

7.1.2004 16:03