Mittwoch, 7. Jänner 2004

Ungarns Finanzminister: wegen zu hohen Budgetdefizits entlassen

  • Nachfolger gilt als "graue Eminenz" bei regierenden Sozialisten

Der ungarische Finanzminister Csaba Laszlo ist am Mittwoch wegen des zu hohen Haushaltsdefizits 2003 entlassen worden. Ministerpräsident Peter Medgyessy berief seinen Kanzleichef Tibor Draskovics zum Nachfolger. Das Defizit betrug 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) statt der geplanten 4,5 Prozent.

Ungarischen Medienberichten zufolge ist Draskovics ein langjähriger enger Mitarbeiter Medgyessys und habe als "graue Eminenz" viel Einfluss in der regierenden Sozialistischen Partei.

Während zweier sozialistischer Regierungen sei Draskovics ein ranghoher Beamter im Budapester Finanzministerium gewesen, hieß es. Csaba Laszlos Entlassung zum 15. Februar sei am Mittwochmorgen auch mit der kleineren mitregierenden Liberalen Partei abgesprochen worden.

Im Laufe des Jahres 2003 hatte Ungarns Finanzministerium die Defizit-Prognose immer wieder nach oben korrigieren müssen. Noch im Dezember waren offiziell 5,2 Prozent erwartet worden. 2002 hatte das Defizit noch 9,2 Prozent des BIP betragen. In diesem Jahr will die Regierung das Minus auf 3,8 Prozent begrenzen und 2006 die Defizit-Obergrenze des Euro-Stabilitätspaktes von drei Prozent des BIP schaffen. Ungarn tritt der EU im Mai dieses Jahres bei. 2008 will das Land den Euro einführen.
(apa, red)

7.1.2004 15:50