Tod durch Steinigung: Wieder Nigerianer verurteilt
- Wegen eines Verhältnisses mit seiner Stieftochter
- 15-Jährige soll mit 100 Stockschlägen bestraft werden
Wegen eines Verhältnisses mit seiner Stieftochter hat ein nigerianisches Gericht einen 45-Jährigen zum Tod durch Steinigung verurteilt. Die 15-jährige Stieftochter, die im sechsten Monat schwanger ist, wurde zu 100 Stockschlägen verurteilt. Die Strafe soll nach der Geburt ihres Kindes vollzogen werden.
Das Mädchen werde weniger schwer bestraft als sein Stiefvater, weil es minderjährig sei und als unverheiratete Frau keinen Ehebruch begangen habe, erklärte das Gericht in der Ortschaft Alkaleri im Staat Bauchi. In der Vergangenheit hatten Todesurteile wegen Ehebruchs gegen nigerianische Frauen weltweiten Protest hervorgerufen. Die bekannteste Angeklagte, Amina Lawal, wurde im September in einem Berufungsprozess freigesprochen.
Auch der am Dienstag verurteilte Mann kann bis Ende des Monats Berufung einlegen. Die Gerichtsentscheidung war das achte Urteil zum Tod durch Steinigung in den vergangenen vier Jahren, in denen zwölf nigerianische Staaten die Scharia einführten. Bisher wurde keines der Urteile vollstreckt. Einige wurden von Berufungsgerichten aufgehoben, mindestens drei Verfahren sind aber noch in der Schwebe.
(apa, red)
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