Knalleffekt in Salzburg: Schausberger will nur noch "Halbzeit-Landeschef" sein!
- Bei Wahlsieg soll nach zwei bis drei Jahren Haslauer jun. folgen
- Haslauer ist Sohn des ehemaligen LH!
·W. Haslauer
LH-Sohn will seinem Vater folgen
Polit-Überraschung in Salzburg: Landeshauptmann Franz Schausberger (V) hat am Mittwoch angekündigt, nicht mehr eine ganze Legislaturperiode regieren zu wollen. Sein Nachfolger soll der Salzburger Rechtsanwalt Wilfried Haslauer, Sohn von Ex-Landeshauptmann Haslauer, werden. Schausberger will - ein Wahlsieg am 7. März vorausgesetzt - nur noch die erste Hälte der kommenden Legislaturperiode bestreiten.
"Es ist notwendig, hin und wieder etwas Ungewöhnliches zu tun. Die Weichen der Salzburger ÖVP sind gestellt", erklärte Schausberger zu seinem Plan, Haslauer in den kommenden Jahren das Amt des Landeshauptmannes zu übergeben.
Mit Haslauer auf Listenplatz zwei habe Schausberger sein engstes Team für den Wahlkampf intensiv verstärkt. "Ich bin nicht amtsmüde, sondern verstärke mein Team und sage jetzt schon, wer nach mir Landeshauptmann werden soll." Sein jetziger Schritt sei in seiner Lebensplanung beinhaltet gewesen und er habe dies mit seiner Familie besprochen, erklärte Schausberger.
Was macht Haslauer nach der Wahl?
Auf Nachfrage, welche Position Haslauer genau nach der Wahl einnehmen werde, wollten sich weder Schausberger noch Haslauer festlegen. Haslauer stellte klar, dass er seinen Beruf als Anwalt aufgeben werde. Schausberger habe ihn vor einigen Monaten zu sich gebeten, um mit ihm die Nachfolgefrage zu erörtern. Eine politische Laufbahn habe er bis zu diesem Zeitpunkt immer kategorisch ausgeschlossen, so Haslauer. Nach mehreren Gesprächen habe er sich entschieden, Ja zu sagen.
Knapper Kommentar Schüssels
Bundeskanzler ÖVP-Chef Schüssel hat die Nachfolgeregelung für Schausberger zwei Monate vor der Landtagswahl nur kurz kommentiert. Schausberger habe ihn angerufen und informiert, berichtete Schüssel. Die stellvertretende ÖVP-Chefin Gehrer bewertete in der Mittags-ZIB die Rückzugspläne Schausbergers positiv. Schausberger sei ein "sehr offensiver Landeshauptmann", der sehr viel für Salzburg getan habe. Und wenn Schausberger mit Wilfried Hauslauer neue Leute in sein Team hole, sei dies eine "gute Wegweisung für die Zukunft".
Generalsekretär und Wahlstratege Lopatka meinte zur Vorgangsweise der Salzburger ÖVP: "Es ist etwas völlig Neues und dadurch etwas hoch Interessantes." Zur Frage, ob er als Wahlkampfstratege zu einer derartigen Vorgangsweise geraten hätte, meinte er, dies sei eine Salzburger Entscheidung. Und weiter: "Der Name Haslauer bürgt für Qualität."
(apa/red)
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