Neue Umfrage: Österreichs Jugend für EU-Militär
- Österreich soll sich beteiligen, Neutralität aber beibehalten
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Österreichs Jugend weiß, was sie will: Ein gemeinsames EU-Heer, an dem sich Österreich beteiligen soll, UND den Fortbestand der Neutralität. Das geht aus einer neuen Studie hervor, für die 2.077 Schüler und Schülerinnen im Alter von 12 bis 16 Jahren befragt wurden. 68 Prozent sprachen sich für ein gemeinsames EU-Militär aus.
Lediglich 18 Prozent meinten laut der von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (GGfE) nun bekannt gegebenen Studie, dass es in einer erweiterten Union 25 Einzelarmeen geben solle. Ein weiteres Umfrage-Ergebnis: Österreich solle seinen Beitrag zu einer in Zukunft möglichen Europa-Armee leisten, die Neutralität aber nicht aufgeben.
Die Mehrheit der Jugendlichen will ein Unionsheer, das unabhängig von den USA agiert und aus Berufssoldaten besteht. Während sich 24 Prozent für eine transatlantische Zusammenarbeit im Rahmen der NATO aussprechen, wünschen sich 57 Prozent der Befragten eine "völlig selbständige" Europäische Armee. 19 Prozent legten sich nicht fest. Die Frage, ob ein EU-Heer ein "Berufsheer aus Freiwilligen" sein solle, beantworteten 71 Prozent mit Ja.
Hauptaufgabe der zu schaffenden militärischen Kapazitäten wäre nach dem Willen der Jugendlichen die Friedenssicherung. Laut der Umfrage, die die HBLA Strassergasse (19. Wiener Gemeindebezirk) durchgeführt und die die Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) ausgewertet hat, sind nur 14 Prozent der Schüler und Schülerinnen aus dem Raum Wien der Meinung, dass eine Europäische Armee den Frieden "auch erzwingen" sollte, wie es auf dem Balkan oder in Afghanistan der Fall war.
Wenn es nach mehr als der Hälfte (55 Prozent) der Befragten geht, soll Österreich an einer Europäischen Armee teilnehmen. Rund 35 Prozent lehnen das jedoch ab. Im Falle einer Teilnahme sind nur 18 Prozent dafür, dass sich der österreichische Beitrag auf finanzielle Unterstützung beschränkt. Im Gegensatz dazu sind 43 Prozent einverstanden, Bodentruppen beizusteuern. "Die Jugendlichen sind viel solidarischer als viele Politiker, die Solidarität dauernd im Wortschatz führen", erklärte Bauer. Die stärkste Unterstützung fände die Bereitstellung von Zivilschutz- und Sanitätseinheiten.
Die Tatsache, dass trotz der Mehrheit für eine gemeinsame Europäische Armee, nur 12 Prozent der Jugendlichen dafür sind, dass Österreich seine Neutralität aufgibt, und 76 Prozent dagegen, ist für den Generalsekretär nicht unbedingt ein Widerspruch: Was immer es bedeuten möge, die Europäische Armee werde auf eine "höhere Stufe gestellt"; Österreich als Land bleibe aber neutral. (APA/red)
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