Stephan Eberharter: Der Skifahrer des Jahres 2003
- Lohn für WM-Gold im Super-G und Platz eins im Gesamt-Weltcup
- Aktuell sieht sich der Tiroler aber nur als Außenseiter
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Die nach Ski-Weltcup-Gründer Serge Lang benannte Trophäe "Skieur d'Or" (Skisportler des Jahres) ging 2003 zum zweiten Mal in Folge an Stephan Eberharter. Mit seinem Sieg im Gesamt-Weltcup und der Goldmedaille im WM-Super-G von St. Moritz hat der Zillertaler nach Ansicht der wahlberechtigten internationalen Journalisten selbst das eindrucksvolle Comeback von Hermann Maier (AUT) sowie die Damen-Dominatorin Janica Kostelic (CRO) in den Schatten gestellt.
"Eine große Auszeichnung für mich, denn bei jeder Wahl spielen Sympathie und Erfolge eine Rolle", freute sich Eberharter, der die Kristalltrophäe aus den Händen von Robert Seeger, dem Präsidenten der Internationalen Vereinigung der Skijournalisten (AIJS), entgegen nahm.
Ein Pokal als weiterer Lohn für ein wahrlich tolles Jahr 2003. Im Schweizer Nobelort St. Moritz holte sich "Steff" Anfang des Jahres Gold im WM-Super-G - ganze zwölf Jahre nach seinem sensationellen Doppel-WM-Titel in Saalbach (Super G und Kombination).
Im Gesamt-Weltcup lieferte sich der 34-jährige Tiroler ein packendes Duell mit dem um achteinhalb Jahre jüngeren US.Amerikaner Bode Miller. Am Ende hatte der nervenstärkere und körperlich top fitte Routinier mit 233 Punkten Vorsprung die Oberhand behalten.
"Steff" gehört zu den Größten
Damit fuhr Eberharter zum zweiten Mal in Serie den Gesamt-Weltcup ein und rückte endgültig in den Kreis der Allergrößten des alpinen Skisports. Nur Jean-Claude Killy, Karl Schranz, Gustav Thöni, Ingemar Stenmark, Phil Mahre, Marc Giradelli, Pirmin Zurbriggen und Hermann Maier haben die große Kristallkugel zwei Mal in Folge oder mehr gewonnen.
Am Gipfel seiner Karriere angelangt, spielte Eberharter nach Saisonende lange Zeit mit Rücktrittsgedanken. Nach langem Urlaub und reiflicher Überlegung entschied sich der Riesentorlauf-Olympiasieger dann zu einer Fortsetzung seiner Laufbahn. Allerdings ließ es der gelernte Skilehrer lockerer als sonst angehen, ließ viele ÖSV-Trainingskurse sausen und bereitete sich auf eigene Faust auf die Saison 2003/2004 vor.
Krankheit behindert Jagd auf den Weltcup
Ein neuerlicher Sieg im Gesamt-Weltcup ist für Eberharter derzeit kein Thema. "Da müsste schon ein mittleres Wunder passieren", meinte Eberharter, der sich kurz vor dem Auftaktrennen Anfang Oktober eine Grippe eingefangen hatte und diese bis Mitte Dezember nicht mehr los geworden war.
"Durch die Krankheit hab ich mir neue Ziele gesetzt - gesund werden und dann wieder Rennen gewinnen." Einen Tipp für Platz eins im Gesamt-Weltcup hat Eberharter noch nicht parat: "Ich habe mich überhaupt noch nicht damit beschäftigt, weil noch ein weiter Weg zu gehen ist. Aber Hans Knauß ist heuer sehr gut drauf." (apa/red)
