Freitag, 2. Jänner 2004

Finanz-Skandal: AC Parma soll bis Saisonende verkauft werden

  • Parmalats Fußballklub trennt sich von drei Spielern
  • Stürmer Adriano zu Inter Mailand, Diana und Bonazzoli weg

Der unter Kontrolle des insolventen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat stehende italienische Fußball-Erstligist AC Parma wird am Ende der Meisterschaft verkauft. Dies wurde von der italienischen Regierung beschlossen, die seit der Insolvenzerklärung Parmalats die Kontrolle über den Milchkonzern hat.

Parmalat kontrolliert einen 98-Prozent-Anteil an AC Parma. "Der Fußballverein gehört nicht zum Kerngeschäft Parmalats und wird veräußert", sagte der italienische Industrieminister Antonio Marzano in einem Fernsehinterview.

Der von der Regierung Berlusconi mit der Parmalat-Sanierung beauftragte Sonderkommissar Enrico Bondi wird am Ende der Saison versuchen, einen Interessenten zu finden. Inzwischen muss er Finanzmittel im Wert von 70 Millionen Euro auftreiben, um Parma zu ermöglichen, die Meisterschaft zu Ende zu spielen und die Lizenz für die neue Saison zu erhalten.

Um die Verschuldung einzudämmen, sollen drei Spieler verkauft werden, berichtete der Industrieminister. Zu ihnen zählt der brasilianische Star-Stürmer Adriano, der im Juni zu Inter Mailand zurückkehrt. Vom Salzburger UEFA-Cup-Bezwinger trennen werden sich auch Stefano Diana, der zu Sampdoria wechselt, und Emiliano Bonazzoli, der seine Karriere bei Reggina fortsetzen wird.

Klubchef lehnt Rücktritt ab
Ungewiss ist noch die Zukunft des Parma-Aufsichtsrats nachdem Klubchef Stefano Tanzi bisher einen Rücktritt ablehnte. Der 35-jährige Tanzi Junior, der seit 1996 den Erstligisten führt, beteuerte, er sei für die Insolvenz von Parmalat nicht verantwortlich. Er wolle Bondi überzeugen, ihm weiterhin den Führungsposten des Klubs zu überlassen, berichteten italienische Medien. (apa/red)

2.1.2004 15:15