"profil": Juncker: Ende 2004 könnte EU-Verfassung stehen
- Luxemburgs Premierminister gibt sich für Verfassungsentwurf nach "Denkpause" optimistisch
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In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" beurteilt Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker das Scheitern der Verhandlungen über eine EU-Verfassung nicht als Krise der Europäischen Union, sondern bloß als "kritische Situation". Juncker ist optimistisch, dass nach einer "hoffentlich fruchtbringenden Denkpause" am Verfassungsentwurf weitergearbeitet werden wird.
Diese Denkpause wird nach Einschätzung des Luxemburger Premierministers noch "vor Ende 2004" abgeschlossen sein. "Mir scheint das realistisch", so Juncker. Somit sollte die Verfassung "frühestens Ende des Jahres" stehen. Seinen Optimismus beziehe er aus der historischen Erfahrung, "dass wir große europäische Fortschritte immer dann erreicht haben, wenn wir vorher bei demselben Versuch gescheitert sind".
Der wieder von einigen Ländern ins Spiel gebrachten Idee von "Kerneuropa", einer Gruppe von Ländern, die in der europäischen Integration voranmarschieren, steht der Europapolitiker Juncker nicht negativ gegenüber. Bloß dürfe Kerneuropa kein Ziel sein. "Das wird gegebenenfalls dann kommen, wenn man feststellt, dass die Wege tatsächlich auseinander gehen", so der Premierminister im "profil"-Interview. Dieser Zeitpunkt sei aber noch nicht gekommen.
Darauf angesprochen, dass er als nächster Kommissionspräsident und Nachfolger von Romao Prodi heftig im Gespräch sei, meinte Juncker: Es fänden in Luxemburg Wahlen am 23. Juni 2004 statt. Sollte er wieder gewählt werden, bleibe er Premierminister. Sollte er jedoch abgewählt werden, dann würde das die Situation ändern. "Ja dann bin ich ein freier Mann", so Juncker.
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