Samstag, 3. Jänner 2004

Wunder im Iran: Acht Tage nach dem Erdbeben wurde Frau lebend geborgen!

  • Traurige Bilanz: Zahl der Toten steigt auf 35.000!
  • PLUS: Die BILDER aus dem Katastrophengebiet rund um Bam!

Acht Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Iran wurde in der Stadt Bam am Samstag ein Frau lebend aus den Trümmern geborgen! Eine Sprecherin der Hilfsorganisation Roter Halbmond sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, der 60-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut. Spürhunde hätten die Frau ausfindig gemacht, die Befreiung aus den Trümmern dauerte drei Stunden. Die offizielle Zahl der Toten ist unterdessen auf 35.000 gestiegen.

Experten befürchten Selbstmorde
Der Leiter der Behörde für psychische Krankheiten in der Provinz Kerman, Mohammad Farodschpur, erklärte, wenn die Stresssymptome nicht behandelt würden, könnten sich daraus Fälle von schwerer Depression oder Selbstmord entwickeln. Deutsche und französische Hilfsorganisationen wollten laut dem UN-Bericht insgesamt 130 Psychologen und Psychiater zur Betreuung der Überlebenden einfliegen. Die iranische Rote Halbmond entsandte bereits 40 Beraterinnen.

Das Erdbeben der Stärke 6,6 zerstörte dem UN-Bericht zufolge bis zu 85 Prozent der Gebäude in Bam irreparabel. Rings um die Stadt entstünden Lager mit beheizten Zelten für die Obdachlosen, die bisher inmitten der Ruinen in unbeheizbaren Zelten hausten.

Behördenleiter Farodschpur zufolge unterbrach das Beben auch die Belieferung Drogenabhängiger mit Opium. Bis zu 20 Prozent der über 15-Jährigen in Bam sollen drogenabhängig sein. An sie würden Methadon, Codein und sterile Spritzen ausgegeben.

(apa/red)

3.1.2004 13:37