EU-Wahl '04: Prodi würde gegen Berlusconi gewinnen
- Klare Sache: 48,8 gegenüber 32,3 Prozent der Stimmen
- Aber: Ob EU-Kommissionschef antritt ist noch nicht fixiert
·Nach EU-Vorsitz
Prodi kritisiert jetzt Italien
·Wach-Wechsel
Iren übernehmen EU-Präsidentschaft
·EU-Verfassung
Schüssel: Bis zur EU-Wahl im Juni
·EU-Beistand
Österreich: 64% sind dagegen
Geht es nach einer neuen Umfrage steht schon jetzt fest, wer die Europawahl des heurigen Jahres gewinnen dürfte: Romano Prodi. Der EU-Kommissionschef ist in seiner Heimat deutlich beliebter als Premier Silvio Berlusconi. Offen bleibt jedoch weiter, ob Prodi auch tatsächlich antreten wird.
Die enttäuschenden Resultate des Halbjahrs der italienischen EU-Präsidentschaft scheinen also an der Popularität von Regierungschef Berlusconi zu nagen. Aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWG, die am Freitag vom römischen Wochenmagazin "L'Espresso" veröffentlicht wurde, geht hervor, dass Berlusconi bei einem Wahlkampf gegen den EU-Kommissionspräsidenten bei den Europawahlen im Frühjahr eine deutliche Niederlage hinnehmen müsste.
Laut der Umfrage würde Prodi bei den Europawahlen 48,8 Prozent der Stimmen erhalten, Berlusconi 32,3 Prozent. Berlusconis Forza Italia würde allerdings mit 22 Prozent der Stimmen stärkste italienische Einzelpartei bleiben. Die Gruppierung des italienischen Medienzaren würde drei Prozent der Stimmen gegenüber den Europawahlen 1999 verlieren. Als zweitstärkste italienische Partei würde laut der Umfrage die DS (Linksdemokraten, stärkste Oppositionspartei im römischen Parlament) hervorgehen. Die mit Berlusconi verbündete Alleanza Nazionale würde laut der Umfrage 13 Prozent der Stimmen erhalten.
Berlusconi hatte vor einigen Tagen bekannt gegeben, an der Spitze seiner liberalkonservativen Forza Italia am europäischen Wahlduell teilnehmen zu wollen. Prodi, der bis September als EU-Kommissionspräsident in Brüssel beschäftigt ist, hatte in den vergangenen Monaten die Parteien des italienischen Mitte-Links-Blocks aufgefordert, trotz des in Straßburg geltenden Verhältniswahlrechts ein einziges Linksbündnis aufzubauen und geschlossen am Wahlkampf teilzunehmen, um Berlusconi zu stoppen. Unklar bleibt allerdings noch, ob sich Prodi an die Spitze dieser Linksallianz stellen wird. (APA/red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
