Freitag, 2. Jänner 2004

In Brasilien: "Vergeltungsmaßnahme" für US-Touristen

  • US-Bürger werden bei der Einreise fotografiert und müssen sich Fingerabdrücke nehmen lassen

Die strengeren Sicherheitsvorkehrungen der US-Behörden im Antiterrorkampf haben in Brasilien eine erste "Vergeltungsmaßnahme" ausgelöst. Am Donnerstag wurden US-Bürger bei der Einreise in das südamerikanische Land fotografiert und mussten sich die Fingerabdrücke nehmen lassen.

Von der Maßnahme waren am 1. Jänner rund 230 US-Touristen betroffen, die auf dem internationalen Flughafen "Guarulhos" der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo - dem größten des Landes - gelandet waren, berichteten Medien.

Die Maßnahme der Bundespolizei erfolgt den Angaben zufolge auf Anordnung eines Richters aus dem Bundesland Mato Grosso. Richter Julier Sebastiao da Silva meinte, seine Anordnung sei eine "Antwort" auf die Kontrollmechanismen der USA. Die betroffenen US-Touristen hätten in Sao Paulo zum Teil sehr verärgert und überrascht reagiert, hieß es.

Die für die Einreisekontrolle zuständige Bundespolizei habe ihnen erklärt, dass die USA unter anderem mit den brasilianischen Touristen ähnlich verfahre. In Rio de Janeiro sagte ein Sprecher der Bundespolizei unterdessen, man sei dort von der richterlichen Anweisung noch nicht in Kenntnis gesetzt worden. (apa)

2.1.2004 07:55