Donnerstag, 1. Jänner 2004

FBI hält Flugzeug fest: Briten in den USA stundenlang befragt

  • Widersprüchliche Angaben zu Gründen für Behörden-Aktion
  • Ähnliche Vorfälle kommen immer wieder vor

Die US-Behörden haben ein Flugzeug der British Airways nach dessen Ankunft auf dem Flughafen von Washington mehrere Stunden festgehalten und einige der 247 Passagiere befragt. Über die Gründe für die Aktion, die nur eine in einer Serie ähnlicher Schritte ist, gibt es widersprüchliche Angaben.

Eine Sprecherin der US-Heimatschutzbehörde erklärte, Geheimdienst-Informationen seien der Anlass für diesen Schritt gewesen. Ein Vertreter der Bundespolizei FBI sagte dagegen, der Vorfall habe nichts mit Terrorverdacht zu tun gehabt.

Eine Sprecherin der Verkehrssicherheitsbehörde sagte, die Passagiere von Flug 223 aus London seien an Bord des Flugzeugs befragt worden. Die Maschine sei am 31.12. um 19.06 Uhr Ortszeit (01.06 Uhr MEZ) gelandet, gegen 22.30 Uhr hätten die ersten Passagiere das Flugzeug verlassen dürfen. Das Gepäck sei gesondert überprüft worden.

Fluggast David Litwick sagte dem Fernsehsender WJLA, vier FBI-Beamte hätten eine offenbar aus dem Nahen Osten kommende Frau wiederholt danach gefragt, warum sie ohne ihren Mann reise. Er selbst und seine Frau seien nicht vernommen worden, sagte Litwick.

Nach einem Bericht der "New York Times" vom selben Tag gab es in jüngster Zeit fünf oder sechs derartige Vorfälle, bei denen US-Beamte an Bord von Flugzeugen gingen und Passagiere überprüften oder durchsuchten.

In einem weiteren Fall sei ein Flugzeug in einem lateinamerikanischen Land mehrere Stunden am Boden festgehalten worden, weil die USA der Fluglinie übermittelt hätten, die Überprüfung der Passagiere sei nicht ausreichend erfolgt.

Briten sagen einen Flug ab
Aus Sicherheitsgründen hat die British Airways am Donnerstag einen ihrer drei Flüge vom Londoner Flughafen Heathrow nach Washington gestrichen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, die Regierung habe dazu geraten. Das Verkehrsministerium wollte sich nicht dazu äußern. Eine Sprecherin machte auch keine Angaben, ob eine konkrete Bedrohung für den Flug BA 223 vorgelegen habe.
(apa, red)

1.1.2004 16:04