Dienstag, 30. Dezember 2003

Wiener Börse: 2003 fast auf 5-Jahreshoch beendet

  • 34,6 Prozent Jahresgewinn, Leitbörsen auch 2003 übertroffen
  • RHI, VA Tech, Palfinger und Brauereien größten ATX-Gewinner

Neidische Blicke auf die internationalen Aktienmärkte haben Wiens Börsianer seit der Jahrtausendwende nicht mehr nötig. Im Gegensatz zum internationalen Umfeld verzeichneten heimische Aktien bereits das dritte Jahr in Folge Kursgewinne. Analysten zählen die Osteuropafantasie, die ÖIAG-Privatisierungen und die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge zu den Haupttriebfedern des breiter Kursaufschwungs in Wien.

Der Leitindex ATX stieg im Jahresabstand (bis Dienstag 11:45 Uhr) um 34,6 Prozent auf 1.548 Punkte, nachdem er am Vortag noch den höchsten Stand seit Juni 1998 markiert hatte.

Am stärksten zulegen konnten unter den ATX-Titeln RHI (plus 111 Prozent), VA Technologie (plus 68 Prozent) und Palfinger (plus 59 Prozent). Deutlicher im Sinklug befanden sich bloß die von Streiks des Bordpersonals geplagten Austrian Airlines (AUA) mit minus 6 Prozent. Nach ihrem enttäuschenden Börsestart im Sommer fasste auch die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA)-Aktie wieder Tritt und beendete das Handelsjahr um 39 Prozent über dem Ausgabepreis.

Zu den heißesten Aktien 2003 zählen der Getränkekonzern BBAG (plus 86 Prozent) und seine Biertochter Brau-Union (plus 128 Prozent). Nach der spektakulären Übernahme des Konzerns durch Heineken wurden die Titel jedoch aus dem ATX gestrichen.

Damit hat die kleine Wiener Börse 2003 - wie jedes Jahr seit der Jahrtausendwende - ihre großen internationalen Pendants hinter sich gelassen. Wer zu Jahresende 2000 in heimische ATX-Titel investierte, konnte im Schnitt 44 Prozent Kursgewinne erzielen, während an anderen Börseplätzen trotz der heuer starken Kurserholung die Bilanz in roten Zahlen gezogen werden muss: Der breite US-Aktienmarkt verlor im selben Zeitraum gemessen am S&P-500 16 Prozent, die im Eurostoxx-50 zusammengefassten europäischen Titel brachen durchschnittlich sogar um 42 Prozent ein.

Grundsätzlich optimistisch bleiben heimische Analysten auch für das neue Börsenjahr 2004: Die Erste Bank sieht den ATX gegen Ende des ersten Quartals bei 1.600 Punkte und erwartet bis Jahresende einen weiteren Anstieg auf 1.670 Zähler. Skeptischer zeigen sich die Experten der Raiffeisen Centrobank mit einer März-Prognose von 1.550 Einheiten und einem vorsichtigen Anstieg im weiteren Jahresverlauf auf 1.570 Punkte. (APA/Red.)

30.12.2003 12:48