Dienstag, 30. Dezember 2003

Parmalat-Pleite: Krise gefährdet auch den AC Parma

  • Nahrungsmittelkonzern hinterlässt Verluste von 77 Mio. Euro
  • Dem Tabellensechsten der Serie A droht die Klub-Auflösung

Die Insolvenz des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat gefährdet auch das Überleben des traditionsreichen Fußballklubs der norditalienischen Stadt Parma. Parmalat hinterlässt dem Verein, der in der zweiten UEFA-Cup-Runde den SV Salzburg mit 9:0 eliminiert hat, Verluste in Höhe von 77 Millionen Euro. Der aktuelle Tabellensechste AC Parma muss bis zum Ende der Saison im Juni 2004 eine Deckung finden, um eine Auflösung zu vermeiden.

Klubchef Patrick Nebiolo zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass der in den 90er Jahren zweimal im UEFA-Cup erfolgreiche Klub gerettet werden kann. Durch eine Kapitalerhöhung könnten die Verluste gedeckt werden, sagte er. Neue Aktionäre könnten sich dabei an Parma, der derzeit vollständig Parmalat gehört, beteiligen. Parma könnte außerdem Spieler verkaufen, was im Fall des Japaners Nakata (er wechselte zu Weihnachten zum Manninger-Klub Bologna) bereits geschehen ist.

Im größten Unternehmensskandal in Italien seit mehr als zehn Jahren hatte ein Gericht das größte Lebensmittelunternehmen des Landes für insolvent erklärt. In den Bilanzen des Milchverarbeiters waren Löcher aufgetreten, die sich nach Schätzungen der Ermittler auf mehr als zehn Milliarden Euro belaufen könnten. (APA/Red.)

30.12.2003 12:09