EU-Briefbomben: Italien macht drei Verdächtige aus
- Ermittlungen konzentrieren sich auf die Gruppe "Europposition"
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Offenbar kann die italienische Polizei nach den Ermittlungen rund um die EU-Briefbomben bereits die ersten Erfolge aufweisen. Drei Personen werden wegen der in Bologna aufgegebenen Briefbomben an EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi und an Eurojust in Den Haag verdächtigt. Nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" konzentrieren sich die Ermittlungen auf die anarchistische Gruppe "Europposition", die vor allem im Raum von Bologna aktiv ist.
Die Gruppe, die aus Mitgliedern mehrerer anarchistischer Untergrundorganisationen mit Verbindungen in Spanien und Griechenland besteht, befürchte "die totalitäre Kontrolle des Individuums" durch die Europäische Union, wie auf einer Internet-Seite der Gruppe zu lesen ist. Auf der Web-Seite ist das Logo einer berennenden EU-Fahne zu sehen. Das Motto der Organisation lautet: "Wir bekämpfen die Herrscher Europas".
Die Aktivisten der Gruppe haben sich nach Ermittlungserkenntnissen an den Krawallen am Rande der EU-Regierungskonferenz am 4. Oktober in Rom beteiligt. Mitglied der Gruppe ist auch der Anarchist Massimo Leonardi, der nach den Krawallen in der italienischen Hauptstadt verhaftet worden war. "Es ist kompliziert, über Anarchistengruppen zu ermitteln, weil sie sehr mobile und nicht strukturierte Organisationen sind", betonte der Anti-Terror-Experte Pier Luigi Vigna.
Die Briefe, die Unbekannte an Eurojust und an Prodi geschickt haben, enthielten dieselbe Art von Sprengkörpern, hatte der Präsident des italienischen Schengen Komitees, Alberto Di Luca, nach einem Gespräch mit dem Europol-Direktor Jürgen Storbeck am Dienstag berichtet. In beiden Fällen sei der Sprengkörper in einem Buch versteckt gewesen. (apa/red)
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