Dienstag, 30. Dezember 2003

Terror in Hamburg: Krankenhaus bleibt abgeriegelt

  • Suche nach Verdächtigen erfolglos
  • US-Geheimdienst warnte vor Autobombenanschlag

Das seit drei Tagen wegen einer US-Terrorwarnung abgeriegelte Hamburger Bundeswehrkrankenhaus ist auch am Donnerstag weiter scharf bewacht worden. Die Suche nach zwei mutmaßlichen Attentätern sei bisher ohne Erfolg, sagte ein Hamburger Polizeisprecher am Donnerstag. Innensenator Dirk Nockemann hatte am Mittwoch erklärt, die Klinik solle noch zwei bis drei Tage unter Polizeischutz bleiben.

Die Hamburger Polizei hatte das Klinikgelände wegen Hinweisen auf ein geplantes Selbstmordattentat der Islamisten-Gruppe Ansar el Islam abgeriegeln lassen. Mehrere Straßen wurden mit Containern abgesperrt. Krankenwagen wurden bei der Einfahrt durchsucht. Gefunden wurde laut Polizei bisher nichts. Der Tipp mit den Anschlagsplänen kam von einem US-Geheimdienst, wie Nockemann mitteilte. In dem Hinweis sei auch von zwei Tätern die Rede, die sich in der Stadt aufgehalten haben sollen.

Keine US-Soldaten in Behandlung
Im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus werden gegenwärtig keine US-Soldaten behandelt, sagte eine Polizeisprecherin. Es sei aber möglich, dass dort US-Soldaten behandelt worden seien, die im Irak im Einsatz waren. Das Krankenhaus verfügt über 305 Betten. Rund 950 Mitarbeiter, darunter 150 Ärzte, sind auf die Bereiche Gesichtschirurgie, Urologie und Psychiatrie spezialisiert. In dem Krankenhaus im Norden der Hansestadt werden auch zivile Patienten behandelt.

Stichwort: Ansar el Islam
Die Terrorgruppe Ansar el Islam (Unterstützer des Islam) vereinigt nach Erkenntnissen des bayerischen Verfassungsschutzes radikale islamistische Kurden aus dem Nordirak und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida. Die im September 2001 unter dem Namen Jund el Islam (Soldaten des Islam) gegründete Gruppierung hat Schätzungen zufolge insgesamt 1000 Anhänger aus verschiedenen Splittergruppen, davon rund 100 in Deutschland. (apa/red)

30.12.2003 17:40