Gleicher Sprengstoff: Briefbomben gegen EU kamen aus Bologna
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Briefbomben: Keine Seltenheit
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10 Jahre nach dem Beginn des Dramas
Die Briefe, die Unbekannte an Eurojust in Den Haag und an EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi geschickt haben, enthielten dieselbe Art von Sprengkörpern. Dies berichtete der Präsident des italienischen Schengen-Komitees, Alberto Di Luca. In beiden Fällen war der Sprengkörper in einem Buch versteckt. Beide Briefbomben waren in Bologna aufgegeben worden.
Am Dienstag hat erneut eine Einrichtung der Europäischen Union (EU) eine Briefbombe erhalten. Bei Eurojust in Den Haag kam ein Sprengsatz an - er explodierte aber nicht. Eurojust ist eine Einrichtung der EU zur grenzüberschreitenden Verbrechensbekämpfung.
Am Montag war ein Brief an EZB-Präsident Jean-Claude Trichet abgefangen worden, der nach Behördenangaben ebenfalls einen Sprengsatz enthielt. Am Samstag hatte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi einen Anschlag mit einer Briefbombe unverletzt überstanden.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
In dem Fall der am Montag abgefangenen Briefbombe an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, Trichet, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Generalbundesanwalt Kay Nehm zog am Dienstag die Verhandlungen an sich. Indes wurde bekannt, dass der Brief brennbaren Stoff enthielt.
Möglicherweise handle es sich um ein Unkrautvernichtungsmittel, berichtete die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Aus dem Brief hätten nach dem Öffnen Drähte herausgeschaut. Ob die Sendung zündfähig gewesen wäre, müssten weitere Untersuchungen zeigen.
Der Brief an Trichet war nach früheren Polizeiangaben in Bologna aufgegeben worden. An die Privatadresse des EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi war am Samstag eine ähnliche Briefbombe geschickt worden. Auch bei Europol in Den Haag ging ein Sprengsatz per Post ein. Unklar blieb zunächst, ob die drei brisanten Päckchen von einem oder mehreren Absendern stammen.
Am Montag war auch in der Europol-Zentrale in Den Haag ein Anschlag mit einem Bombenpäckchen vereitelt worden. Der Sprengsatz sei rechtzeitig erkannt und unschädlich gemacht worden, teilte die niederländische Justiz mit.
Italienische Anarchistenkreise unter Verdacht
Rom verschärft den Druck auf italienische Anarchistenkreise, nachdem die deutsche Polizei bekannt gegeben hat, dass eine abgefangene Briefbombe an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, Jean-Claude Trichet, in Bologna aufgegeben worden ist. In Bologna hatte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi am Wochenende in seiner Wohnung ein an seine Frau adressiertes Paket geöffnet, das dann mit einer Stichflamme explodiert war, ohne jemanden zu verletzen. (apa/red)
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