Wirtschaftsmission: Haider will bald nach Libyen reisen
- Reise mit Schüssel und Gorbach "fixiert"
- Reaktion der SPÖ: "Haider kann gleich dort bleiben"
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Haider verteidigt seine Aussagen
Der Kärntner Landeshauptmann Haider hat am Montag die baldige Reise einer Wirtschaftsdelegation nach Libyen angekündigt. Staatspräsident Gaddafi sei rehabilitiert, daher habe er mit Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach vereinbart, möglichst rasch mit einer Delegation nach Libyen zu reisen.
Der Vizekanzler habe großes Interesse gezeigt, betonte Haider. Für den Infrastrukturminister könnten sich interessante Projekte, etwa im Bereich des Schienenausbaus, der Wasserver- und -entsorgung sowie bei Hotelprojekten ergeben. "Daher werden wir ehebaldigst nach Libyen reisen", so Haider zum ORF-Radio Kärnten. Der FPÖ-Altparteiobmann verwies darauf, dass er "vorausschauend" bereits im Jahre 2000 zwei Mal bei Gaddafi gewesen sei. Damals waren seine Reisen heftig kritisiert worden.
Haider war im Mai 2000 zu einem privaten Besuch bei Gaddafi nach Tripolis gereist, einen Monat später war er noch einmal nach Libyen gefahren. Er wolle Wirtschaftskontakte knüpfen, hatte Haider damals erklärt. Diese Kontakte sollten Österreich und Kärnten nun zum Vorteil gereichen. "Es sind alle jene jetzt blamiert, die damals bei meinem Besuch bei Gaddafi geschrien haben", so der Landeshauptmann. Er sei seiner Zeit eben immer ein wenig voraus.
SPÖ: "Haider kann gleich dort bleiben"
Kritik an der geplanten Libyen-Reise übte am Montag die SPÖ. Haider habe damit bewiesen, "dass er nicht lernfähig ist", konstatierte der Kärntner SPÖ-Vorsitzende LHStv. Peter Ambrozy. Nach Saddam Hussein werfe sich der Landeshauptmann jetzt "dem nächsten Diktator an den Hals".
Der SPÖ-Vorsitzende erinnerte daran, dass Muammar Gaddafi sein Land seit Jahrzehnten knechte. Haider würde sich aber seiner engen Beziehungen zur Familie dieses Diktators, der hinter zahlreichen Terroranschlägen stecke, rühmen. Ambrozy: "Sollte Haider tatsächlich nach Libyen reisen, so kann er gleich dort bleiben: Die Kärntnerinnen und Kärntner werden ihn bei den nächsten Wahlen in die Wüste schicken", ist sich SPÖ-Chef sicher.
(apa/red)
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