Dienstag, 23. Dezember 2003

Parmalat-Skandal: Finanzchef belastet Firmengründer

  • Verdacht auf mehrjährige Dokumentenfälschung

Die Mailänder Staatsanwälte haben am 23. Dezember in Mailand den Finanzchef des angeschlagenen italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat, Fausto Tonna, vernommen. Tonna lehnte jeglichen Vorwurf auf Bilanzfälschung und Betrug zurück und belastete Firmengründer Calisto Tanzi.

Der "Milchkönig", der einen 52-Prozent-Anteil am Konzern hält, sei der einzige Verantwortliche für die Finanzkrise, unter deren Druck der NÖM-Partner zusammengebrochen ist, sagte Tonna, der 30 Jahre lang die "rechte Hand" Tanzis war.

Der vor zehn Tagen zurückgetretene Finanzchef bestritt somit, Drahtzieher des Betrugskandals und für das Manko in Milliardenhöhe in den Bilanzkassen des Unternehmens verantwortlich zu sein.

Der Geschäftsführer der Gruppe, Enrico Bondi, traf mit den Staatsanwälten in Parma zusammen. Bondi wird bei einer Vorstandssitzung am Dienstagabend die Grundlinien seines Sanierungsplans vorstellen. Bondi traf auch einige Vertreter der Gewerkschaften, die sich über die Entwicklung der Lage im Nahrungsmittelkonzerns zutiefst besorgt zeigten. (APA/Red.)

23.12.2003 14:42