28.12.2003 13:48

Top-Comeback nach Horrorsturz: Morgenstern 2. in Oberstdorf

  • Auftakt zur Vierschanzen-Tournee: Norweger Pettersen siegt, Höllwarth auf Platz drei

Thomas Morgenstern lieferte das Top-Comeback nach seinem Horror-Sturz! Auf den Tag genau einen Monat nach dem Unglück sprang der ÖSV-Adler beim Auftakt der 52. Vierschanzentournee gleich auf den 2. Platz! Der Sieg ging an Sigurd Pettersen. Der Norweger gewann am Montag in Oberstdorf mit Sprüngen auf 133 und sensationelle 143,5 m (Schanzenrekord) sowie 295,2 Punkten den Weltcupbewerb vor den Österreichern Thomas Morgenstern (272,7) und Martin Höllwarth (269,1).

Morgenstern (132,5-129,0 m) verblüffte mit seiner Kaltschnäuzigkeit nach dem schweren Sturz von Kuusamo Freund und Feind. Mit rund 35 Sprüngen, meist auf kleineren Schanzen, kam er zur Tournee und just in dem Ort, in dem er im Vorjahr sein Weltcup-Debüt gegeben hatte (Rang neun), schloss der Gewinner des Sommer-GP gleich wieder an seine Spitzenleistungen der Vorbereitung an. Schon nach dem Training war klar: Der 17-jährige Kärntner ist wieder zu Top-Platzierungen fähig. "Der zweite Platz ist ein Wahnsinn, ein Traum", freute sich Morgenstern und zeigte sich von Schanze und Zuschauer-Kulisse in der mit 23.000 Fans ausverkauften Allgäu-Arena begeistert. Für Pettersen hatte er nur Lob übrig. "Er springt derzeit sehr stark und wird nur schwer zu packen sein."

Höllwarth: "Ein perfekter Auftakt"
Höllwarth (126,5-133,0), der Vorjahrs-Zweite, verbesserte sich im spannenden Finale vom siebenten auf den dritten Rang, den er schon zuletzt in Engelberg erreicht hatte. "Ein perfekter Auftakt, den zweiten Sprung hätte ich nicht besser machen können", freute sich der Österreicher, der von Pettersens Leistung ebenfalls stark beeindruckt war: "Er springt derzeit wie von einer anderen Welt."

Einige Favoriten stürzten ab
Auch ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer war mehr als zufrieden. "Ich bin erleichtert, dass wir bei der Spitze dabei sind und zwei unserer Springer auf dem Podest stehen." Damit stachen die Österreicher einige stark eingeschätzte Teams aus, einigen Mitfavoriten wurden schon beim Auftakt gehörig die Flügel gestutzt. Janne Ahonen (FIN) und Sven Hannawald (GER), die Tourneesieger der zwei vergangenen Jahre, kamen über die Plätze 13 und 18 nicht hinaus, Weltmeister Adam Malysz (POL) musste mit Rang neun vorlieb nehmen und Matti Hautamäki (FIN), einer der Saisonsieger, war im Finale gar nicht mehr dabei.

Koch und Goldberger nicht im Finale
Sechs der acht angetretenen Österreicher erreichten das Finale, Martin Koch und Andreas Goldberger ("Schade, ich habe heuer mit den Bedingungen noch kein Glück gehabt, jetzt muss ich wieder in die Qualifikation") waren vorher ausgeschieden. Andreas Kofler (126,5-119,0) fiel im Finale vom achten auf den 20. Platz zurück, Florian Liegl (122-119) und Andreas Widhölzl (120,0-117,5) belegten unmittelbar vor Martin Schmitt die Plätze 25 und 26, Reinhard Schwarzenberger wurde 29.

(apa/red)

28.12.2003 13:48
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