Tscheche Pavel Nedved: 'Europa-Fußballer des Jahres'
- Vor Frankreichs Thierry Henry und Italiens Paolo Maldini
- 31-Jähriger Dreh- und Angelpunkt bei "Juve" und Nationalteam
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Pavel Nedved ist "Europas Fußballer des Jahres". Der für Juventus Turin spielende Tscheche setzte sich bei der von der französischen Zeitschrift "France Football" organisierten Wahl mit 190 Punkten vor dem Franzose Thierry Henry (Arsenal London/128) und dem Italiener Paolo Maldini (AC Milan/123) deutlich durch.
Frankreichs "Weltfußballer" Zinedine Zidane (Real Madrid) kam mit nur 64 Punkten nur auf den sechsten Platz.
Pavel Nedved ist nach Josef Masopust (1962) der zweite Tscheche, der zu "Europas Fußballer des Jahres" gewählt wurde. Mit der Auszeichnung wird der 31-jährige Mittelfeldspieler für ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr geehrt: Mit Juventus Turin erreichte Nedved das Endspiel der Champions League, in dem er aber wegen einer Gelb-Sperre nicht spielberechtigt war. Und: Die Nationalmannschaft seines Landes führte er als Kapitän souverän durch die Qualifikation zur Europameisterschaft im nächsten Jahr in Portugal.
Geboren wurde Nedved am 30. August 1972 nahe der westböhmischen Grenzstadt Cheb (Eger). Nach einer Saison bei Dukla Prag wechselte er 1992 zu Rekord-Meister Sparta Prag und entwickelte sich hier zu einem der herausragenden Spieler der Liga. Anfangs konnte sich der als "Heißsporn" geltende Techniker allerdings kaum durchsetzen: 1993 wurde er innerhalb von sechs Spielen drei Mal vom Platz gestellt, zudem wurden ihm "Schauspielerei" und mangelnde Abwehrarbeit vorgeworfen.
Schnell machte er jedoch vor allem mit präzisen Pässen und Freistößen auf sich aufmerksam. 1996 hatte er erheblichen Anteil, dass Tschechien in England hinter Deutschland Vize-Europameister wurde. Unmittelbar nach der EM wechselte er zu Lazio Rom und 2001 zu Juventus Turin. Fachleute glauben, dass er dort mittlerweile den Verlust von Spielmacher Zidane kompensiert hat. Dennoch ging 2001 als dunkles Kapitel in Nedveds Karriere ein, als sich Tschechien im Entscheidungsspiel gegen Belgien die Qualifikation für die WM in Südkorea und Japan verpasste.
Er hat daraus gelernt: Heute ist Nedved abgebrühter Dreh- und Angelpunkt der Nationalmannschaft. 74 Länderspiele hat der leidenschaftliche Sammler teurer Uhren bisher absolviert, dabei 17 Tore geschossen. Und er will mindestens bis zur WM 2006 weiterspielen. Längst wird der zweifache Vater von Klubs wie Real Madrid und FC Chelsea umworben. Die jetzige Ehrung wird ihn noch begehrter machen.
(apa, red)
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