Montag, 22. Dezember 2003

"Hoffi"-Triumph: Sieg lässt für weitere Saison einiges erhoffen

  • Motivationsschub nach möglicher Olympia-Goldmedaille
  • 10 km-Skating: Hoffmann feierte in der Ramsau 1. Weltcup-Sieg

Christian Hoffmann freut sich eher im Stillen. Daher war am Sonntag nach dem 10 km-Skating-Bewerb in Ramsau rein optisch auch kaum zu erkennen, dass erstmals der Sieger in einem Weltcup-Einzel-Rennen Christian Hoffmann hieß. Nach zehn Stockerlplätzen in "reinen" Weltcup-Bewerben in den vergangenen Jahren.

Einen Tag später gab der "Hoffi" aber doch zu, "dass ich mich schon sehr gefreut habe". Gleichzeitig hat er sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk bereitet. Am Montag wurde der in Radstadt lebende Christian 29 Jahre alt.

Dass Hoffmann, dessen Stärke eher die längeren Skating-Distanzen sind, ausgerechnet über zehn Kilometer die Konkurrenz abhängte, überraschte zwar auch ihn, hatte aber wohl doch auch seine gewichtigen Gründe: Völlige Gesundheit und Fitness, Ramsau und Motivationsschub durch die wahrscheinliche Zuerkennung der olympischen Goldmedaille.

Ein hartnäckiger und längerer Zeit nicht entdeckter Virus hatte den "Hoffi" vor und Anfang dieser Saison zurückgeworfen. Das Heimrennen in Ramsau, wo er 1999 als Schlussläufer in einem unvergesslichen Zielsprint den Norweger Thomas Alsgaard ausgebremst und Staffel-WM-Gold für Österreich geholt hatte, verlieh ihm zusätzlichen Schwung.

"Die Meldung vom wahrscheinlich nachträglichen Olympiasieg war sicher ein Motivationsschub", gab Hoffmann zu. Bei Olympia 2002 in Salt Lake City war er über 30 km (Massenstart) hinter dem spanisch-deutschen Dopingsünder Johann Mühlegg vor Michael Botwinow Zweiter geworden. Als "Neo-Olympiasieger" wollte sich Hoffmann keine Blöße geben, zeigen, dass er der Goldenen würdig wäre.

"Ramsau war erst mein wirklicher Start in die Weltcup-Saison", betont Hoffmann, denn beim 15 km-Skating-Rennen am 22. November in Beitostölen (Rang 54) war er wegen seiner Virus-Erkrankung ("Ich habe mich schlapp und müde gefühlt") weder gesund noch fit gewesen. Vor einer Woche bei Europacup-Rennen in Formazza zur Einstimmung auf kommende Aufgaben zeigte Hoffmann als Dritter und Fünfter schon ansprechende Form, die er am Sonntag mit seinem Exploit enorm steigerte. "Ausgerechnet in Ramsau zu gewinnen, ist natürlich doppel schön", meinte Hoffmann, der entgegen seiner Gewohnheit (eher verhaltener Beginn) vom Start weg aufs Tempo drückte und im Ziel 7,8 Sekunden vor dem deutschen Wieder-Weltcup-Spitzenreiter Axel Teichmann lag.

Der nächste Weltcupstart von Hoffmann ist nun für 6. Jänner in Falun vorgesehen, wo er in der 30 km-Verfolgung antreten wird. (APA/Red.)

22.12.2003 16:22