Beben im Iran: Rot-weiß-rote Helfer wieder daheim
- Irans Präsident Chatami: Vermutlich 40.000 Tote in Bam
- BILDER: Eine Stadt liegt in Trümmern
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Erschöpft, froh, wieder zu Hause zu sein: Mit müden Gesichtern kehrten die österreichischen Helfer des Roten Kreuzes (RK), der Bergrettung, dem Rescue Team Vorarlberg, der Wiener Feuerwehr und der Internationalen Rettungshunde-Brigade, am Dienstag aus der Krisenregion in Bam im Iran zurück. Insgesamt 60 Helfer und 36 Hunde befanden sich in dem Flugzeug.
In Vertretung von Innenminister Ernst Strasser (V) begrüßten der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, und Rot-Kreuz-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky die Rettungskräfte.
"Wir danken Ihnen, die Sie wirklich den Kopf hingehalten und Österreich würdig vertreten haben", sagte Buxbaum. Kopetzky äußerte sich zufrieden, dass alle wohlbehalten den Einsatz überstanden haben. "Die Hilfe geht weiter, die Hilfe muss weitergehen", appellierte er.
Die Bilanz der Retter fiel ernüchternd aus: Kein einziger Überlebender konnte geborgen werden. Josef Schmoll, Einsatzleiter des RK-Teams: "Das ist kein schönes Gefühl." Lebendbergungen seien aber wegen der Bauweise der Häuser nicht möglich gewesen. "Die Gebäude sind in Trümmerhaufen zusammengefallen, sie bestanden nur aus Lehmziegeln. Es gab keine Balken, nichts, wo sich Hohlräume hätten bilden können. Die Leute sind offenbar den Erstickungstod gestorben."
Entsetzt zeigten sich die Einsatzkräfte über das Ausmaß der Zerstörungen. Markus Lorenzi, Leiter des Vorarlberger Teams: "Die Stadt ist komplett zerstört, die Leute wussten gar nicht mehr wohin." Schmoll zufolge steht kilometerweit kein Haus mehr, "so weit das Auge reicht". Ein anderer Rot-Kreuz-Mitarbeiter sagte zur APA: "Ich war jetzt das vierte Mal bei so einem Einsatz, zwei Mal in der Türkei und zuletzt heuer in Algerien. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen." Er berichtete von Schätzungen, wonach mehr als die Hälfte der Einwohner von Bam dem Beben zum Opfer gefallen sein sollen.
Außerdem sind am Dienstag österreichische Spezialisten zur Trinkwasser-Aufbereitung in den Iran aufgebrochen. "Es werden insgesamt fünf RK-Mitarbeiter mit 20 Tonnen Material und einem Geländefahrzeug in den Einsatz gehen", so ÖRK-Generalsekretär Kopetzky.
Präsident Chatami: 40.000 Tote
Bei dem Erdbeben in Iran sind nach Angaben von Präsident Mohammed Chatami etwa 40.000 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannte der Staatschef bei einer Pressekonferenz in der Provinz Kerman. In der Region mit ihren 240.000 Einwohnern seien 120.000 Menschen von der Katastrophe betroffen; ein Drittel von ihnen sei ums Leben gekommen.
Bisher wurden laut dem iranischen Rundfunk 28.000 Leichen beerdigt. Experten befürchten aber unter den Trümmern im iranischen Erdbebengebiet noch tausende weitere Tote. Ein hochrangiger Regierungsbeamter von Kerman sagte am Dienstag, möglicherweise seien mehr als 50.000 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 70.000 Menschen sind durch das Beben am Freitag obdachlos geworden.
(apa, red)
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